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Vergessene Reiche: Das Jahr der abtrünigen Drachen Band 2: Der Zauberer
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 13.01.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Richard Lee Byers, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 400, Erschienen: 2006, Preis: 11,95 Euro


Die Trilogie "Das Jahr der abtrünnigen Drachen" bietet einen erzählerischen Überblick über die Ereignisse in Faerûn des irdischen Jahres 2006. Nach "Der Zorn" werden die Ereignisse im Roman "Der Zauber" fortgesetzt, der drei parallele Haupthandlungsstränge bietet.

Dem Drachenkult ist es gelungen unter der Führung des wiedergekehrten Sammaster einen Zauber zu entdecken, welche eine faerûnweite Welle von Drachenzorn auslöst. Die meisten metallenen Drachen ziehen sich zum Schlafen zurück, während die Chromatischen so endgültig zu Werkzeugen des Drachenkults werden – und sich auch immer mehr von den Vorteilen einer Existenz als Drachenleichnam überzeugen lassen, schließlich unterliegen diese untoten Wesen nicht dem Zorn.

Doch eine kleine Gruppe wagemutiger Abenteurer rund um den Halbgolem Dorn hat erkannt, dass der Zorn kein Naturereignis ist, sondern der Drachenkult hinter den Kulissen agiert. Sie versuchen schon in "Der Zorn" möglichst Viele von ihrer Sache zu überzeugen und Sammasters Pläne zu durchkreuzen. Dazu gilt es jedoch hinter die Geheimnisse seines Zaubers zu kommen.

Daher machen sich Drachenjäger Dorn, der Eiszwergen-Waldläufer Raryn, der Sangesdrache Kara und der kupferne Drache Chatulio zu einem alten Ilmater-Kloster auf, in dem Sammaster sich längere Zeit aufhielt. Jedoch hat auch Sammaster erkannt, dass jemand auf seiner Spur ist und schickt eine Drachenarmee aus, um das Kloster zu belagern und zu vernichten. So muss die Gruppe erst einmal ungesehen in das Kloster eindringen, bevor sie den Mönchen dort beistehen können. Und das mit zwei Drachen im Schlepptau...

Das Duo Will und Pavel hingegen ist beauftragt, einige Ruinen zu finden, um dort Spuren von Sammaster zu finden. Sie müssen sich dazu aber erst einmal mit Ogern verbünden. Ein schwieriges Unternehmen für die beiden sich ewig streitenden Egos.

Bleiben noch der geflügelte Schwertmeister Teagon sowie der Feendrache Jivex, denen die Aufgabe zufällt mit den Magiern von Thetia zusammenzuarbeiten und eine Möglichkeit finden, den Zorn oder den Kult zu stoppen. Doch einer aus dem Kreis der mächtigen Magier spielt offensichtlich ein falsches Spiel: erst der scheinbare Unfall mit einem guten Drachen, der plötzlich in Raserei verfällt, dann gibt es mehrere Mordanschläge auf den Avariel.

Man merkt dem zweiten Teil deutlich an, dass er ein Übergangsteil ist. Die Handlung ist zersplittert, aber alle drei Stränge finden einen vorläufigen Abschluss, der dann zum dritten Teil überleiten soll.

Richard Lee Byers setzt wie schon im ersten Roman auf exotische Charaktere – Halbgolem, Eiszwerg, Avariel, vampirischer Rauchdrache und Feendrache - schafft es aber selten, ihnen die nötige Tiefe zu verleihen. Die Entwicklung von Dorn vom Drachenhasser zum Liebhaber vom Sangesdrachen Kara wird kaum belegt, so dass keine glaubwürdige Entwicklung entsteht.

Die Plots sind schon gut aufgeteilt. Während bei der Belagerung des Klosters nacheinander Action, Geschick und später auch Intrige im Vordergrund steht, geht es im Magierplot um ein gelungenes Kriminalspiel auf der Suche nach dem wahren Täter. Bei Will und Pavel ist es eine Art Einsatz hinter feindlichen Linien, zusammen mit den Ogern zu agieren, gleichzeitig wissend, dass diese einen irgendwann verraten werden.

Fazit: So gelingt Byers zwar kein anspruchsvoller D&D-Roman, aber eine unterhaltsame Fortsetzung mit drei ganz unterschiedlichen Plots, von dem insbesondere das Kriminalspiel glänzen kann.




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