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Engel: Homini Lupus
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 26.01.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Martina Noeth, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 272, Erschienen: 2006, Preis: 10,95 Euro


Homini Lupus ist ein weiterer Roman zum Rollenspiel "Engel" und legt erstmals den Handlungsfokus auf die Gegenseite der Angeliten. Genauer ist der Roman auf die Diadochin Isabella von Cordova ausgerichtet. Cordova ist eine der führende Städte der Urbanis-Liga, nahezu komplett unterirdisch angelegt und mit viel Technologie aus der Zeit Davor. Die Stadt ist straff durchorganisiert unter der Führung eines Komitees, dem Isabell vorsteht und das die Herrschaft fast diktatorisch ausübt.

Doch dann kommt ein Unterhändler der Angeliten zu ihr, der um Herausgabe eines Technikartefaktes bittet und dazu eine detailgenaue Zeichnung vorlegen kann. Auch wenn sie ihn rüde vor die Tür setzt, wird ihr klar, dass es kein Zufall sein kann, dass die Angeliten dieses Artefakt bei ihr suchen. Eine "undichte Stelle" in ihren Reihen scheint der Grund, im engsten Kreis vermutlich, der Zugang zu ihrem Technikhort hat.

Und so beginnt die Suche nach dem Verräter unter ihren engsten Vertrauten und Beratern. Das Durchleuchten der Vergangenheit birgt jedoch den einen oder anderen schwarzen Fleck zum vorschein. Schließlich starb schon Isabellas Mutter bei einem angelitischen Anschlag, der nie aufgeklärt und schließlich als Unfall abgetan wurde. Die Ramiliten haben hingegen noch nicht aufgegeben, das mutmaßliche samaelitische Artefakt zu bergen und schicken im Ordensgebiet der Urieliten eine weitere Gesandtschaft aus, die es unter allen Umständen sichern soll.

Martina Noeth versteht es den Plot am Kochen zu halten und schafft eine Vielzahl von Verdächtigen, so dass man immer mitraten und -rätseln kann. Zu meiner Enttäuschung sind es aber zum Schluss ein paar zu viele Täter...

Besonders gelungen ist aber der Einblick in die Urbanisliga und die Beschreibung Cordovas. Ebenso der Blick auf die angelitische Kirche von außen. Die Erzählperspektive ist zwar aus der Dritten Person geschrieben (und nicht aus Isabellas), hält sich aber streng an das Wissen aus dem Engeluniversum. Bei der Beschreibung der Maschinen werden nur Metaphern gebraucht, die dem Wissen des 27. Jahrhunderts entsprechen, zum Bweispiel, dass man sie mit Baumwolle füttern muss, damit sie Kleidung produzieren. Kein Vergleich zu Neuzeit wird benutzt, was der Atmosphäre sehr gut bekommt.

Bei den beschriebenen Personen haben mich eigentlich nur die angelitischen Fraktionen gestört. An sich war genau dieses Verhalten von Isabella vorauszusehen, das keine Möglichkeit lässt, an das Artefakt zu gelangen. Mehr Druck seitens der angelitischen Kirche, etwa durch Terroranschläge im Inneren Cordovas, Ausschalten ihrer engsten Vertrauten oder gar ein frühzeitiges Töten Isabellas, als sie noch keinen Verdacht geschöpft hatte, wären sicherlich erfolgreichere Wege gewesen, um zum Erfolg zu gelangen – und trotzdem hätte das Buch funktionieren können.

Fazit: Insgesamt aber für Engel-Spielleiter ein interessantes Buch, da es nicht nur spannungsreich an den Plot (Wer ist der Täter?) fesselt, sondern auch, weil es einiges über Hintergründe im Engeluniversum verrät. Prinzipiell kann es auch von Spielern gelesen werden, da keine Geheimnisse verraten werden, die ein Urbanisanhänger nicht wissen könnte. Im Zweifelsfall halt beim Spielleiter nachfragen.




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