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Der Dieb von Bagdad
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 06.05.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Thorsten Gimmler, Verlag: Queen-Games, Seiten: , Erschienen: Oktober 2006, Preis: 18,50 Euro


Der Dieb von Bagdad entführt uns in orientalische Welten, wo listige Diebe Schätze aus den Palästen der Reichen entwenden. Dieser Eindruck wird vermittelt durch das ansprechende Cover wie auch durch die restlichen Illustrationen im Spiel, welche durchweg stimmungsvoll und sehr gelungen sind. Das Spiel selbst ist jedoch weit weniger listenreich und verschlagen als man erwarten würde, sondern bietet ein eher taktisch geprägtes Spielerlebnis mit einfachen Regeln.

Der Spielplan zeigt sechs Paläste unterschiedlicher Farben, in denen jeweils vier Schatztruhen zu finden sind und vor denen jeweils ein neutraler Wächter steht. Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler 12 Diebe in seiner Farbe – die im Übrigen nichts mehr den Farben der Paläste zu tun hat – sowie je nach Spielerzahl 2 bis 4 Wächter der gleichen Farbe und mehrere Palastkarten. Diese zeigen die Farben der verschiedenen Paläste und werden zum Einsetzen und Bewegen von Figuren verwendet. Anschließend werden die eigenen Wächter reihum vor den verschiedenen Palästen platziert.

Ziel des Spiels ist es, die eigenen Diebe in die Paläste einzuschleusen, um dort Schatztruhen zu stehlen. Mit jeder bereits aus einem Palast entfernten Truhe steigt hierbei die Anzahl der erforderlichen Diebe, um diese zu rauben. Wer je nach Spielerzahl zuerst vier oder mehr Schätze gestohlen hat, gewinnt das Spiel.

Wer am Zug ist, hat die Wahl zwischen mehreren Aktionen, die auch kombiniert werden können. Als erste Möglichkeit kann er einen eigenen Dieb aus seinem Vorrat in einen Palast einschleusen. Dies ist möglich, wenn mindestens ein eigener und ein fremder Wächter vor diesem Palast stehen. Die Aktion kostet so viele Karten in der Farbe des Palasts wie fremde Wächter davor stehen. Die zweite Möglichkeit ist das Versetzen eines eigenen Wächters. Dies kostet eine Karte in der Farbe des Palasts, der verlassen wird, oder in der Farbe des Zielorts. Optional kann der Wächter hierbei auch ohne Mehrkosten einen eigenen Dieb mitnehmen, der sich bereits im Ausgangspalast befindet. Schließlich kann der Spieler auch noch neutrale Wächter von einem Palast zu einem anderen versetzen, wofür dann jeweils eine Karte der Ausgangsfarbe und eine Karte des Zielpalasts erforderlich sind. Die Aktionen lassen sich beliebig häufig durchführen und kombinieren, so lange man die erforderlichen Karten hat. Einzige Einschränkung: In seinem Zug darf man maximal drei Aktionen durchführen, an denen ein Dieb beteiligt ist. Im Anschluss an den eigenen Spielzug ergänzt man seine Kartenhand noch um drei Karten. Wer gar keine Aktionen durchgeführt hat, erhält zusätzlich noch eine "Tänzerinnen" Karte, die als Joker für eine beliebige Farbe verwendet werden kann.

Wem es gelingt, in seinem Spielzug wenigstens vier Diebe der eigenen Farbe in einem Palast zu versammeln, der erhält die erste Schatztruhe dieses Palasts. Seine Diebe kehren daraufhin in den eigenen Vorrat zurück. Eventuell anwesende Diebe anderer Farben verbleiben im Palast und beginnen den Konkurrenzkampf um die nächste Truhe, für die dann ein Dieb mehr erforderlich ist. So ergibt sich ein abwechslungsreiches Spiel, bei dem Vorausdenken, das richtige Antizipieren der Aktionen der Mitspieler und ein wenig Glück beim Nachziehen der Farbkarten die entscheidenden Faktoren für den Sieg sind.

Fazit: Der Dieb von Bagdad ist in sich durchdacht, schnell erlernbar und bietet soliden Spielspaß, auch wenn sich der Titel mehr in der gelungenen Optik als in der Atmosphäre am Spieltisch widerspiegelt. Wer leichte Denk- und Taktikspiele mit einem moderaten Zufallselement mag, wird sicher seine Freude an diesem Spiel haben.




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