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Alhambra - Das Würfelspiel
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 13.01.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Dirk Henn, Verlag: Queen-Games, Seiten: , Erschienen: Oktober 2006, Preis: 21,99 Euro (EVK)


Der Palast von Alhambra war 2003 Spiel des Jahres, und wenn es ein kommerzielles Gesetz in der Spieleszene gibt, dann ist das sicherlich, dass man diese Auszeichnung mit Erweiterungen und Ablegern des Originals so lange wie möglich ausschlachten muss. Bei Alhambra waren das bislang vier Erweiterungen zum Grundspiel sowie die Wiederveröffentlichung eines früheren Spiels des Autors Dirk Henn unter anderem Namen, die zwar allesamt mehr oder weniger überzeugen konnten, aber irgendwie trotzdem nicht wirklich nötig waren. Zur Spiel 2006 wuchs die Familie noch um ein weiteres Mitglied an, nämlich Alhambra - Das Würfelspiel, wiederum aus der Feder von Dirk Henn.

Bei diesem Spiel gibt es keine Gebäudekarten und keine Geldkarten, es gibt vor allem acht Würfel mit den bekannten sechs Gebäudearten als Symbol und ein Spielbrett. Vor jeder der fünf Runden eines Spiels werden zunächst Bonus-Chips auf die sechs Spalten des Spielbretts verteilt, die jeweils zu einer Gebäudeart gehören.
Die Spieler werfen reihum die bereits erwähnten acht Würfel. Dabei gilt es, eine möglichst gute Position in einer der Spalten zu bekommen. Dabei wäre das beste Ergebnis acht Symbole einer Art beim ersten Wurf (Hahaha...), dann beim zweiten, dann beim dritten Wurf, gefolgt von sieben Symbolen beim ersten Wurf und so weiter, bis hinunter zu einem Symbol im dritten Wurf, sozusagen der "Loser's Corner" von Alhambra. Wenn ein Ergebnis bereits belegt ist, muss man sich im Zweifelsfall mit dem nächstschlechteren zufriedengeben. Das erreichte Ergebnis wird mit einem Setzstein gekennzeichnet, von denen jeder Spieler eine bestimmte Anzahl hat. Es ist auch durchaus möglich, sich mehrmals in eine Spalte hinein zu würfeln.
Am Ende einer Runde (wenn alle Setzsteine platziert sind) werden die Spalten nacheinander ausgewertet. Der Spieler mit dem besten Ergebnis kann sich danach aussuchen, ob er als Prämie für seinen kleinen Sieg lieber zwei Gebäudepunkte oder einen Gebäudepunkt und einen Bonus-Chip haben will; der Spieler mit der zweitbesten Platzierung erhält dann automatisch die andere Prämie.
Nach der ersten, dritten und fünften Runde findet dann die Wertung statt, die den Spielern Siegpunkte einbringt. Wie beim "klassischen" Alhambra erhält zunächst nur der Führende in einer Kategorie (also der mit den meisten Gebäudepunkten in einer Spalte) Siegpunkte, bei den späteren Wertungen auch der Zweit- und Drittplatzierte.
Die bereits erwähnten Bonus-Chips bringen dabei möglicherweise Zusatzpunkte, eventuell erlauben sie aber auch Sonder-Aktionen während des regulären Spielverlaufs. Es gewinnt erwartungsgemäß der Spieler mit den meisten Siegpunkten nach der dritten Wertung.

In dieser Version erinnert das Spiel am ehesten an eine aufgeplusterte Version von Kniffel, weniger an das Vorbild, dessen Namen es trägt. Wer ein solches Wettwürfeln mag, der wird aber auch an Alhambra - Das Würfelspiel Gefallen finden, vor allem, weil das Spiel durchaus eigene Ideen beinhaltet.
Die eigentliche Zielgruppe der Alhambra-Fans wird sich allerdings wohl eher auf die zweite enthaltene Spielregel stürzen, nämlich die Kombination des bekannten Spiels mit dem neuen Würfelspiel. Auf der Rückseite des Spielbretts, die hierfür benutzt wird, ist eine etwas abgewandelte Version der Vorderseite zu sehen. Hier erhält man keine Gebäudepunkte mehr für sein Würfelergebnis, sondern vorher ausgelegte Gebäudeplättchen aus Der Palast von Alhambra. Das Bauen des eigenen Palasts verläuft dann im Grunde genommen wie im bekannten Spiel des Jahres. Allerdings muss man eben nicht mehr Geldkarten sammeln, um die Plättchen zu bezahlen, sondern man erwürfelt sich (möglichst) die Karten, die man braucht.
Interessanterweise bekommt das altbekannte Spiel durch diesen neuen Anteil ganz neue Möglichkeiten, vor allem auch einen anderen Spannungsbogen. Es geht eben nicht mehr ums Warten auf die richtigen Karten, sondern man kann in jeder Runde sozusagen aktiv sein Schicksal erwürfeln. Auch hier endet das Spiel nach drei Wertungen (wiederum nach der ersten, dritten und fünften Runde), und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt das Spiel.

Ist diese Kombinations-Variante von Alhambra besser als die bekannte Basisversion? Nun, vor allem ist sie anders! Ob das wiederum gut oder schlecht ist, war auch unter unseren Probespielern umstritten. Ich persönlich betrachte die Kombinations-Variante als interessante Alternative zum althergebrachten Alhambra, die ich vielleicht nicht immer spielen möchte, aber durchaus hin und wieder aus dem Schrank hervor holen werde.
Alhambra - Das Würfelspiel ist also ebenfalls keine unbedingt nötige Erweiterung, ähnlich wie die anderen bereits erschienen Sets. Aber wer gerne Variationen für seine alten Spiele ausprobiert (und wen ein auf Würfeln basierendes Spiel anspricht), der kann hier ruhigen Gewissens zugreifen.




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