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Cowboy Poker
Von Stefan Moriße

Rezension erschienen: 22.12.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): James Ernes, Mike Selinker, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: Oktober 2006, Preis: 9,95 Euro (EVK)


Cowboy Poker reiht sich nahtlos in die bereits beträchtlich angewachsene Kartenspielsammlung von Pegasus Spiele ein. Im Gegensatz zu Munchkin oder Chez Geek richtet es sich jedoch nicht speziell an Rollenspieler beziehungsweise WG-erfahrene Studenten und Junggebliebene, sondern versteht sich als geselliges Familienspiel. Als Hintergrund dient der wilde Westen, wie er von Film-Helden á la Terence Hill und Bud Spencer in zahlreichen Kinostreifen verkörpert wurde. Auf diesem Setting basierend gilt es, durch das geschickte Ausspielen von Karten Punkte zu sammeln und am Ende jeder Runde, wenn die noch verbliebenen Handkarten, die ausgespielten Karten sowie die eroberten Karten gezählt werden, jeweils das beste Pokerblatt zu ermitteln.

Aufmachung

Die 66 Karten sind in gewohnter Pegasus-Qualität umgesetzt worden. Im Zentrum jeder Karten steht die Abbildung eines Cowboys, Sheriffs, Wirts oder anderen typischen Westerngestalten. Diese sind farbig markiert den vier Ranches zugeordnet, von denen jeder Spieler, im besten Fall also genau vier, eine verkörpert. Die fünfte Farbe stellt die unabhängigen Stadtbewohner dar. Unter den Bildern ist der Sondereffekt der Karte abgedruckt, der eintritt, sobald die Karte der eigenen Ranchfarbe gespielt wird. Wird eine Karte anderer Farbe gespielt, die ein Mitspieler besitzt, so bleibt ihr Effekt vorerst unberücksichtigt. Am linken Rand lassen sich schließlich alle wichtigen Werte finden, die für die Ermittlung der Punkte entscheidend sind. Zum trägt jede Karte eine Pokerzahl, wobei jede auch nur ein Mal vorkommt. Außerdem hat jede Karte einen allgemeinen Punktewert sowie darüber hinaus noch eine Zahl für Viehtrieb und Schießerei.

Spielablauf

Nachdem sich jeder Spieler für eine Farbe entschieden hat, wird reihum gespielt, bis alle Karten vom Nachziehstapel ausgebraucht sind. Dann werden die Punkte ermittelt, die Sieger aufgeschrieben und die nächste Runde beginnt. Jede Runde ist recht schnell vorbei, so dass man sich je nach Lust und Laune auf fünf bis zehn Runden einigen kann, bei Bedarf natürlich auch mehr.
Der Spieler, der an der Reihe ist, wählt in seinem Zug nun eine Handkarte und spielt diese aus. Damit gehört sie zu seiner Bande. Tritt der Spezialeffekt der Karte ein, sofern die gespielte Karte zur eigen Ranchfarbe gehört, hat dies weitere Auswirkungen. Des öfteren kommt es dabei zu einem Viehtrieb oder einer Schießerei. In diesen Fällen werfen alle Spieler aus der Hand eine Karte in die Mitte. Die Karte mit dem höchsten Wert in der entsprechenden Kategorie gewinnt den Stich und die Karten wandern zum Sieger in den sogenannten Keller. Am Ende jeder Runde, wenn also alle Karten vom Stapel aufgebraucht sind, wird verglichen. Der Grundwert ergibt sich aus der Bande, also den Punkten der ausgespielten Personen, die vor dem Spieler auf dem Tisch liegen. Anschließend müssen die Spieler ihre noch übrigen Handkarten vergleichen. Das beste Pokerblatt, nach den normalen Pokerregeln, bekommt sechs weitere Punkte. Dasselbe gilt für das beste Pokerblatt in der Bande und für das beste Blatt in seinem Keller. Sind alle Punkte notiert, geht das Spiel von vorne los. Die in den vorigen Runden erzielten Punkte werden natürlich zusammengezählt.

Fazit

Cowboy Poker braucht seine Zeit, bis alle Spieler die genauen Mechanismen verstanden haben. Durch die vielen Werte muss man gut taktieren und versuchen, jede Karte optimal einzusetzen. Das erfordert die Bereitschaft, sich auf das Spiel einzulassen. Hat es aber Klick gemacht, ist Cowboy Poker eine gute Alternative zum normalen Pokerspiel. An genau diese Adresse ist das Spiel wohl auch gerichtet, denn es erweitert die Pokerregeln um zahlreiche Elemente aus dem Sektor der Gesellschaftsspiele. Ein Nachteil tritt jedoch ein, wenn man nicht exakt vier Spieler versammeln kann. Sind es nämlich nur zwei oder drei, müssen die fehlenden Ranches von den Spielern als Nichtspielercharaktere mit einigen Zusatzregeln mitgespielt werden. Hier wären Regelanpassungen für eine reine Zweier- oder Dreiervariante besser gewesen.




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