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Äpfel zu Äpfeln - Erweiterung 1
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 19.12.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Mark Alan Osterhaus u.a., Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: Oktober 2006, Preis: 12,95 Euro (EVK)


Mit einer blaugrünen Box im bekannten Design des Grundspiels meldet sich Äpfel zu Äpfeln zurück. Die erste Erweiterung zu diesem lustigen Partyspiel enthält 324 Karten, davon 243 rot und 81 grün, wobei von jeder Farbe drei Karten nicht beschriftet wurden und selbst gestaltet werden können. Die Karten sind wieder in einem praktischen Kartenhalter gestapelt.

Die Erweiterung kann ohne weiteres auch als eigenständiges Spiel herhalten, allerdings liegen der Erweiterungsbox die Spielregeln nicht bei, aber diese können hier (http://www.pegasus.de/fileadmin/_downloads/aepfel/_pfel-Spielregel-low.pdf) kostenlos heruntergeladen werden.

Das Spielprinzip hat sich gegenüber dem Grundspiel nicht geändert. Jeder Spieler erhält sieben rote Karten, auf denen sich ein Begriff befindet. Diese Begriffe können Gegenstände, Orte, Personen, Institutionen oder Situationen sein. So zeigt ein wahlloser Griff in den Stapel die Beispiele Michael Schuhmacher, Stinktiere, Hartz IV und Briefmarken sammeln. Dazu gibt es jeweils noch eine sehr knappe Beschreibung oder einen lustigen Kommentar zum Begriff. Die grünen Karten enthalten Adjektive, wie feucht, nüchtern oder satt. Der älteste Spieler wird als erster Schiedsrichter bestimmt. Dieser zieht dann eine grüne Karte und liest deren Begriff laut vor. Alle Spieler außer dem Schiedsrichter müssen nun eine ihrer roten Karten verdeckt auf den Tisch legen, von der sie annehmen, dass sie am besten zu dem Adjektiv auf der grünen Karte passt. Um ein schnelles Spiel zu gewährleisten, muss derjenige, der seine Karte zuletzt auf den Tisch legt, diese zurück auf seine Hand nehmen. Der Schiedsrichter nimmt nun alle roten Karten auf und entscheidet, welcher der gelegten Begriffe am besten zu dem Adjektiv passt. Dabei dürften die Spieler den Entscheidungsprozess durch wildes Argumentieren durchaus unterstützen, wenn sie dies möchten. Die Karte, für die sich der Schiedsrichter dann entscheidet, gewinnt diese Runde. Der Spieler, der sie ausgelegt hat, erhält dafür die grüne Karte mit dem Adjektiv. Die Hand wird wieder auf sieben rote Karten aufgefüllt und dann ist der nächste Spieler als Schiedsrichter an der Reihe. Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis ein Spieler eine bestimmte Zahl von grünen Karten angesammelt hat und gewinnt. Die Anzahl der zu erringenden Karten hängt von der Anzahl der Spieler ab, doch haben wir bisher noch nie ein Spiel abgebrochen, nachdem der Sieger nach diesem System ermittelt wurde. Bei sechs Mitspielern steht der Sieger bereits nach sechs gewonnen Karten fest, was mitunter sehr schnell gehen kann. Eine problemlose Alternative ist es daher, so lange zu spielen bis eine bestimmte Spielzeit erreicht wurde oder ein Stapel mit Begriffen leergeräumt wurde.

Eine Spielrunde von Äpfel zu Äpfeln muss sich darauf einlassen, dass es kein sonderlich wettbewerbsorientiertes Spiel ist. Das Spiel zielt vielmehr darauf ab, dass die Mitspieler miteinander ins Gespräch kommen. Daher ist es auch gut geeignet, um auf Partys gespielt zu werden, wo sich nicht alle Anwesenden kennen, dies aber ändern möchten. Die Spielregeln sind schnell erklärt und selbst bei alkoholbedingt gestiegener Stimmung noch leicht anzuwenden. Je nach verwendeten Siegbedinungen dauert eine Partie Äpfel zu Äpfeln zwischen 15 und 60 Minuten, kann also auch schnell zwischendurch gespielt werden. Man benötigt mindestens vier Spieler, wobei es ab sechs erst wirklich interessant wird. Bis zu zehn Spieler sind theoretisch möglich, doch leidet dann die Übersichtlichkeit, da man an einem ziemlich großen Tisch spielen muss.

Der Reiz des Spiels besteht in der Kommunikation mit seinen Mitspielern und den vielen, lustigen und originellen Kombinationen der Karten, warum zum Beispiel nüchtern besser zu Michael Schuhmacher passen soll, als Briefmarken sammeln. Das Design der Karten ist aber weiterhin sehr schlicht. Es ist jeweils der immer gleiche Apfel mit Extremitäten und Gesicht auf jeder der Karten abgebildet, jeweils zu der Farbe der Karte passend rot oder grün. Das Grundspiel enthielt noch satte 441 Karten, war jedoch nur unwesentlich teurer. Ob man trotz der schier unendlichen Kombinationsmöglichkeiten des Grundspiels noch diese Erweiterung braucht, sei dahingestellt. Schaden kann es jedenfalls nicht, mehr lustige Kombinationen zu ermöglichen.




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