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Der Teufelsplan des FuManchu
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 04.01.2007, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Peer Kröger, Wolfgang Holhbein, Dieter Winkler, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 43, Erschienen: Oktober 2006, Preis: 9,95 Euro


Er wirkt ein bisschen anders, der neue Cthulhu-Abenteuerband von Pegasus-Press. So ist die Gestaltung zwar wie gewohnt stimmungsvoll gelungen, aber neu durchgängig auf Hochglanzpapier. Damit ist ein qualitativ noch besserer Druck möglich geworden. Der Preis der Schönheit: Unter direktem Kunstlicht reflektieren die Seiten stark und werden teilweise unlesbar. Die Bilder sind dieses Mal entweder zeitgenössische Fotos oder stammen aus passenden Filmen.

Inhaltlich ist auch einiges anders: Der Band beginnt zum Beispiel mit einer Kurzgeschichte von Starautor Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler (elf Seiten). "Die Insel der Schrecken" gehört zum Geschichtenzyklus um den Protagonisten Robert Craven, den Hexer von Salem. Nach Redaktionsangaben handelt es sich um eine abgeschlossene Geschichte mit Fortsetzungsanknüpfung, die ihrerseits an die Geschichte "Der Sturmbringer" anschließt. So kann man sich gleich mal auf das folgende Modul einstimmen.

Abgesehen davon bricht das Abenteuer "Der Teufelsplan des Fu Manchu" mit der Tradition der Recherche bei Cthulhu und verwandten Systemen. Erklärtermaßen ist das Modul einfach strukturiert und extrem actionlastig. Es spielt im Herbst 1925 in London in nur einer einzigen Nacht.
Dr. Fu Manchu will die Vormachtstellung der Kolonialmächte bezwingen und den ganzen Nahen Osten mit einem blutigen Aufstand überziehen. Seine Waffe dazu ist der noch wiederzubelebene al’Moquanna, ein ehemaliger mächtiger Sektengründer, der 778 mit Gift Selbstmord begangen hat. Seine Leiche wurde einbalsamiert und seine Organe in Kanopen aufbewahrt, die mit starken Schutzzaubern belegt wurden, um eine spätere Wiederbelebung des gefährlichen Mannes unmöglich zu machen.
Der Plan des Fu Manchus sieht vor, die Kanopen zu versammeln, wozu er sie erst stehlen muss, und dann den Schutzzauber zu entfernen. Danach soll der von ihm entführte Frankenstein al’Moquanna fachgerecht zusammensetzen und wiederbeleben. Zusätzlich musste der Entführte sieben schwer besiegbare Flickenmenschen (à la Frankensteins Monster) herstellen, denen er Teile eines Hilferufs in den Rachen nähte. Er selbst kann nicht fliehen, weil Fu Manchu seinen Sohn als Druckmittel gefangen hält.
In diese Geschehnisse werden die Spielercharaktere gezogen, als sie mitten in die Konfrontation eines Flickenmenschen mit ein paar Ganoven geraten und die im Gaumen eingenähte Teilbotschaft entdecken. Ihr Ziel im Laufe der turbulenten Nacht wird schnell erkennbar: Sie müssen verhindern, dass Fu Manchu die Kanopen in seinen Besitz bringt.

Das Abenteuer verspricht temporeiche und unterhaltsame Spielabende, bei denen man sich ein lockeres Beisammensein leisten kann. Rätsel spielen ja kaum eine Rolle. Interessantes Gimmik sind die fiktiven Zeitungsmeldungen der virtuellen Zeitung "The Gillian", die bei Pegasus zu finden sind und die einen ergänzenden Rahmen für das Abenteuer bilden, ohne aber verpflichtend zu sein. Insgesamt ist "Der Teufelsplan des Fu Manchu" auf jeden Fall eine Kaufempfehlung wert.




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