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Kobolde! - Das Bier und Brezel-Rollenspiel
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 18.12.2006, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Chris O'Neill, Dan Landis, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 48, Erschienen: Oktober 2006, Preis: 14,95 Euro


Seit dem Erfolg von Spielen wie Paranoia und PP&P sind Spaßrollenspiele eine feste Niesche auf dem Rollenspielmarkt. Mit Kobolde! ist nun ein weiteres dieser Spieler erschienen, bei denen es um reinen Komik und nicht um ausgefeiltes Rollenspiel geht.

In Kobolde! spielt man (welch Wunder) eben jene: Kobolde halt. Kobolde sind kleine, hundeartige Humanoide mit recht begrenzter Intelligenz und einem natürlichen Hunger auf Menschenbabys. Kobolde haben leider praktisch keinerlei Selbsterhaltungstrieb und eignen sich daher besonders dafür, die Aufträge ihres Königs Torg (gepriesen sei König Torg!) auszuführen. Diese bestehen meist darin, ihm neue Menschenbabys zum Essen zu bringen.

Das Regelwerk ist extrem einfach und voll darauf ausgelegt, den Spaß an der absurd komischen Hintergrundwelt zu steigern. Besonders hilft da die Anzeige für schreckliche Kobold-Tode. Wer Dinge tut, die gegen die Idee dieses Spaßrollenspiels verstoßen, verärgert den Gott der Kobolde und bekommt hier Punkte. Wer zu viele Punkte hat, kann auf eine völlig absurde Art und Weise ums Leben kommen (zum Beispiel durch spontane Implusion). Zu den Dingen, die den Koboldgott verärgern, gehören unter anderem Powergaming, Feigheit, wiederholter Magieeinsatz und nicht sofort "Gepriesen sei König Torg!" zu rufen, nachdem der Name König Torg gefallen ist - gespriesen sei König Torg!
Eine klasse Idee. So werden diese Möglichkeiten nicht völlig verboten und man kann sie im Notfall einsetzen, aber sie haben eben Konsequenzen. Die können manchmal sogar nützlich sein, wenn einen der schreckliche Kobold-Tod inmitten vieler Feinde trifft und diese gleich mitnimmt.
Eine weitere sinnvolle Hausregel ist, dass ein Spieler aufsteht und die großen Taten seines Kobolds anpreist, nachdem dieser verstorben ist. Gefällt den Mitspielern der Vortrag, so darf sich der Spieler einen neuen Kobold erstellen. Das ist absolut notwendig bei dem schwachen Lebenswillen der Kobolde. Die Regel ist mit dem Klonvorrat bei Paranoia vergleichbar. Der einzige Unterschied ist, dass man sich einen ganz neuen Kobold erstellt, was allerdings höchstens fünf Minuten dauert.

Die Illustration des Regelwerkes ist von Großmeister John Kovalic (auf dessen Aufnahme in den Duden ich immer noch warte...). Wie immer liefert er wundervolle und urkomische Bilder, die allerdings manchmal auf den falschen Seiten sind. Möglicherweise eine Folge der Übersetzung...?

Der einzige echte Nachteil von Kobolde! soll hier auch nicht unerwähnt bleiben: Die Spielwelt ist sehr eingeschränkt. Es lassen sich nur wenige Szenarien spielen; meistens suchen die Kobolde eben nach Babys. Als Stammsystem eignet sich Kobolde! also nicht, aber das scheint mir auch gar nicht die Idee dahinter zu sein. Es geht eher um die kurzweilige Abwechslung vom normalen Rollenspiel oder um den Spaß auf einer Con.

Fazit:
Kleiner Preis - riesige Leistung! Ein geniales und unglaublich wiziges Spiel. Für jeden, der das Rollenspiel nicht bierernst nimmt, ein echter Geheimtipp. Und ganz sicher ein Muss für die nächste Con!




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