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Gizeh - Das grosse Spiel des Pyramiden-Bauens
Von Marcus Pohlmann

Rezension erschienen: 15.02.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Niki Lim, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: Oktober 2006, Preis: 14,95 Euro (EVK)


Bei Gizeh schlüpfen die Spieler in die Rolle von Baumeistern, die im alten Ägypten um die Gunst des Pharaos Cheops buhlen. Zu diesem Zweck bemüht sich jeder Baumeister möglichst prächtige und wertvolle Pyramiden zu erbauen und die Konkurrenz daran zu hindern eben dieses Ziel zu erreichen.

Neben der kurzen, großzügig mit Beispielen ausgestatteten Anleitung enthält die kleine Box noch sechs Bauplätze für die Spieler, einen Beutel für die Bausteine und natürlich die 83 Plättchen, die es zu verbauen gilt.

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler ein Spielbrett mit Bauplätzen für die Pyramiden von Cheops, Chephren und Mykerinos, dazu hat man noch die Möglichkeit eine Sphinx zu errichten. Nun werden noch, für die Mitspieler nicht sichtbar, vier Plättchen aus dem Vorrat gezogen und schon kann es losgehen.
Als Spieler hat man während seines Zuges die Möglichkeit eines seiner Plättchen an einer eigenen oder gegnerischen Baustelle anzulegen oder eine beliebige Anzahl abzuwerfen. Danach wird der Bauvorrat wieder auf vier Plättchen aufgefrischt und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Die Bausteine haben unterschiedliche Werte, angefangen bei der Basis mit dem Wert 5 bis zum Schlussstein mit der 1. Hier wird unterschieden zwischen hochwertigem und entsprechend wertvollem Baumaterial mit positivem und schäbigem mit negativem Vorzeichen. Eine Pyramide ohne Schätze wäre keine richtige Pyramide, also hat man noch die Möglichkeit auf den Stufen 5 bis 2 allerlei wertvolle Dinge in die Pyramide mit einzubauen. Dazu kommt die Sphinx, die nur aus drei sehr seltenen Bauteilen besteht, aber in der Endwertung enorm viele Punkte bringt.
Neben diesen Steinen, die später für die Schlusswertung von Bedeutung sind, gibt es noch einen Saboteur, mit dessen Hilfe man ein obenauf liegendes Plättchen von der eigenen Baustelle oder der der Konkurrenz entfernen kann. Abschließend gibt es noch die Skarabäen, die jegliche Bautätigkeit an einer Pyramide zum Erliegen bringen.

Die wichtigste Entscheidung während des eigenen Spielzuges ist natürlich, ob man wertvolle Bausteine an der eigenen Pyramide anlegt oder doch lieber den Ausschuss einem Gegenspieler unterschiebt. Wird man zu gierig und häuft schnell viele Punkte an, riskiert man, dass sich die Mitspieler gegen einen verbünden. Ist man nur damit beschäftigt, der Konkurrenz Steine in den Weg zu legen, bleibt das eigene Bauvorhaben auf der Strecke. So wird man jede Runde aufs Neue vor Probleme gestellt.

Die Wertung findet statt, nachdem es entweder einem Spieler gelungen ist seine drei Pyramiden fertig zu stellen oder das letzte Plättchen aus dem Beutel gezogen wurde. Nun rechnen alle Spieler, je nach Vorzeichen, die Summe ihrer verbauten Bausteine aus und addieren noch die Schätze soweit vorhanden. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl wird zum Sieger erklärt und darf zukünftig die Pyramiden des Pharaos bauen.


Gizeh ist durchaus als strategisches Spiel für zwei Spieler zu gebrauchen und eine Partie kann eine halbe Stunde oder länger dauern. Sein wirkliches Potential entfaltet das Spiel aber erst bei fünf oder sechs Spielern. Hier kann von harmlosen Absprachen und gegenseitiger Hilfe zwischen zwei Spielern bis zu breiten Bündnissen gegen einen bestimmten Konkurrenten alles dabei sein, was Schwung in ein Spiel bringt. Auch beschleunigt sich bei mehreren Beteiligten der Ablauf enorm, das Überlegen tritt mehr in den Hintergrund und die Interaktion zwischen den Spielern bestimmt weitgehend den Ablauf. Selten dauert eine Partie dieser Art mehr als fünfzehn Minuten.
Das Spielmaterial ist hochwertig, sehr stabil und schön dezent gestaltet. Die Regeln sind, auch dank der ausführlichen Beispiele, in wenigen Minuten gelesen und verstanden. Auch das Erklären nimmt nicht sonderlich viel Zeit in Anspruch, ebenso wie die weiteren Spielvorbereitungen. Man merkt, dass hier Wert auf einen schnellen und unkomplizierten Ablauf gelegt wurde.
Ich würde mit Gizeh nicht unbedingt einen ganzen Spieleabend verbringen wollen, aber als schnelles Spiel zum Warmwerden oder als Ausklang ist es hervorragend geeignet. Und da es sich dank der geringen Dauer und des einfachen Prinzips wirklich gut spielt, werden aus nur einer Partie dann doch eher drei oder vier.




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