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Drakon
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 13.01.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Tom Jolly, Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: Oktober 2006, Preis: 19,90 Euro (EVK)


Bei der vorliegenden neuen Version handelt es sich um die dritte Ausgabe des Spiels DRAKON. Hierbei wurden die Kammerplättchen vergrößert und grafisch neu gestaltet, die Papp- durch Kunststofffiguren ersetzt und Erweiterungen integriert.

Bei DRAKON geht es darum möglichst viele Goldmünzen in einem fantastischen und sich immer wieder neu aufbauenden Labyrinth zu finden.

Das Spiel für zwei bis sechs Personen kommt in einer kompakten und prall gefüllten Schachtel daher, auf der ein schön gestalteter Drachenkopf, der einen Schatz bewacht, zu sehen ist. Enthalten sind 72 quadratische Kammerplättchen, eine Drakonfigur, jeweils sechs Abenteuerfiguren, Eigenschaftscounter und Übersichtstafeln sowie 28 Goldmünzen und die Spielregeln.
Die Kammerplättchen müssen erst ausgestanzt werden und hinterlassen an den Rändern unschöne Nasen aus der Verstanzung, die aber nicht weiter stören. Ansonsten sind sie sehr robust und zweckmäßig gestaltet. Allerdings haben sie anfangs einen sehr starken Eigengeruch. Die Drakon- und Abenteuerfiguren sind sehr schön aus Kunststoff modelliert und es fehlt nur noch eine passende Bemalung. Trotz der einheitlichen grauen Farbe lassen sie sich gut unterscheiden. Fast alle Klischees des Fantastischen sind vertreten: Amazone, Barbar, Dieb, Ritter, Zauberer und Zwerg. Super gelungen sind die recht großen Übersichttafeln, die für jeden Spieler vorhanden sind und gut die verschiedenen Ereignisse beim Betreten einer Kammer wiedergeben. Da die Grundregeln recht einfach sind, ist das Regelheft entsprechend übersichtlich. Den größten Teil nehmen die Kammereignisse ein, die gut beschrieben und mit Beispielen versehen sind. Leider gibt es den einen oder anderen Regel- oder Übersetzungsfehler (zum Beispiel wann die Drakonfigur ins Spiel kommt). Das insgesamt recht gute Material lässt sich wunderbar in der kompakten Schachtel unterbringen, die nicht viel Platz wegnimmt.

Zu Beginn wird die Startkammer in die Tischmitte gelegt. Jeder sucht sich einen Abenteurer aus und stellt ihn auf dieses Plättchen. Die restlichen Kammern werden gemischt und an jeden verdeckt vier verteilt. Der Rest bildet den Nachzugstapel. Die Goldmünzen werden ebenfalls verdeckt beiseite gelegt.
Wer an der Reihe ist, kann entweder eine Kammer aus seiner Hand an eine bereits ausliegende anlegen oder seine Abenteuerfigur bewegen. Auf jeder Kammer befinden sich ein bis vier Pfeile, die die möglichen Wege aufzeigen, um die Kammer zu verlassen. Der Spieler darf seine Figur immer nur in eine gültige Pfeilrichtung auf eine benachbarte Kammer bewegen. Zurück geht es nicht mehr. Dadurch entsteht immer ein neues Labyrinth, durch das sich die Abenteurer bewegen müssen. Beim Betreten der neuen Kammer wird eventuell ein Ereignis ausgelöst. Und hierin liegt der eigentliche Spielspaß. Da kann man andere Kammern zerstören, austauschen oder drehen, woanders hinschweben, einen Drachen bewegen, Münzen verlieren oder abgeben und natürlich Münzen einsammeln.
Gewonnen hat, wer zuerst Münzen im Wert von zehn Gold gesammelt hat.

In den Varianten muss man am Ende noch aus dem Labyrinth entfliehen, kann im Team spielen oder die Abenteurer haben spezielle Eigenschaften, die sie aber nur einmal im ganzen Spiel einsetzen dürfen.

Das Spiel macht ab drei Mitspielern richtig Spaß. Für zwei Spieler ist es nicht so gut geeignet, da hier schnell ein Spieler einen uneinholbaren Vorteil erlangen kann.

Fazit:
In DRAKON steckt wesentlich mehr, als man auf den ersten Blick vermutet, und es ist nicht nur für Fantasy-Fans geeignet. Das Material ist durchweg sehr gut und funktionell, bis auf den etwas merkwürdigen Eigengeruch. Im Spiel gibt es viel Interaktion, da man die Ereignisse nicht nur zu seinen Gunsten, sondern auch oft zu Ungunsten der Mitspieler nutzen kann. Durch die Kammern und die Legeregeln entsteht jedes Mal ein neues Labyrinth, das es zu meistern gilt. Hierbei ist nicht nur Glück, sondern auch Taktik und Vorausplanung gefragt.




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