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Vegas Showdown
Von Katrin Weiser

Rezension erschienen: 12.02.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Avalon Hill, Seiten: , Erschienen: August 2006, Preis: 52,99 Euro


Vegas Showdown ist ein strategisches "Anbau"-Spiel in englischer Sprache. Die Spielidee wird auf der ersten Seite der Anleitung in einem kleinen Text erläutert: Die Spieler sind Multimillionäre, die aus Langeweile eine Wette abschließen, wer das berühmteste Hotel-Casino in Vegas bauen könnte. Die Voraussetzungen sind für alle gleich: Jeder hat ein leeres Gebäude, das durch geeignete Ausstattung ausgebaut werden kann. Doch die Ressourcen für die Ausstattung sind begrenzt, so dass sich die Kontrahenten im Kampf darum gegenseitig überbieten müssen. Gewonnen hat, wer am Ende am meisten Ruhm einheimsen kann.

Der erste Eindruck der Verpackung bei Vegas Showdown ist: "Oh, ist das schwer". Und damit ist tatsächlich das Gewicht gemeint, denn die meisten Teile des Spiels sind auf einem sehr dicken Karton gedruckt und ausstanzbar. Daraus ergeben sich dann aber schon erste Probleme, denn durch die Dicke des Kartons gehen die Stanzungen nicht immer vollständig druch, so dass das Heraustrennen bei einigen Bögen zu einer mühevollen Arbeit mit Messer oder Schere werden kann. Andererseits sind die Teile auf diese Weise sehr robust. Erstaunlich ist dann jedoch, dass ausgerechnet die Spielerbögen, auf denen auch kleine Holzfiguren als Marker gesetzt werden, aus Hochglanzpapier sind.
Ein goßes Plus der Verpackung ist, dass sie eine (ausstanzbare) Innenverpackung aufweist, die in vier Sektionen geteilt ist und so die Verwaltung und Aufbewahrung der Spielteile vereinfacht. Bemerkenswert ist auch, dass trotz der aufwändigen Aufmachung auf Plastik weitestgehend verzichtet wurde und stattdessen die Spielutensilien aus Pappe oder Holz gefertigt wurden. Nur bei den beigegebenen Pokerchips wurde dieses Muster durchbrochen.
Die Spielanweisung ist in einem recht großen, zwölfseitigen Hochglanzheft untergebracht, das mit vielen Abbildungen illustriert und in großzügiger Schrift gesetzt wurde. Zur Übersichtlichkeit trägt dies jedoch nicht bei, weil so ein "alles auf einen Blick"-Konzept nicht ermöglicht wird. Dafür sieht es stilvoll aus.
Die Spielanleitung ist in gut verständlichem, einfachem Englisch geschrieben, auch wenn die Beschreibungen der Spielzüge zum Teil umständlicher geschildert sind, als sie sich später im Spiel darstellen. Sehr hilfreich im Spiel ist der "Turn-Order-Button", eine handliche, runde Scheibe, die einerseits anzeigt, wessen Zug gerade stattfindet und auf der andererseits die einzelnen Zugphasen in Kurzform abgedruckt sind.

Das Spiel ist für drei bis fünf Mitspieler ab zwölf Jahren geeignet und dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Während des Spiels bieten die Mitspieler um verschiedene Bauelemente, die sie für den Ausbau ihrer Casino-Hotelanlage benötigen. Der Grundriss des zu bebauenden Gebäudes ist auf einem Spielplan vorgegeben, den jeder Spieler vor sich liegen hat. Darauf sind 5x7 quadratische Felder eingezeichnet, von denen jeweils zehn mit Casino oder Hotel beschriftet sind. Die Plättchen, die Bauelemente darstellen, können drei verschiedene Größen haben (ein, zwei oder vier Felder groß), und entweder zum Casino (gelbe Plättchen) oder zum Hotel (blaue Plättchen) gehören oder für beide Etablissements einsetzbar sein (grüne Plättchen). So ist es übersichtlich, wohin man seine erworbenen Elemente hinbauen kann. Die einzelnen Bauteile, zum Beispiel ein Raum mit Einarmigen Banditen für das Casino oder ein Restaurant für das Hotel oder eine Lounge, die überall einsetzbar ist, können mit dem Einkommen, das die Spieler jede Runde bekommen, ersteigert werden. Jeder Ausbau verändert das Einkommen, die Anzahl der Gäste (wichtig für die Endabrechnung) oder den Ruhm der Spieler.
Jeden Zug stehen drei immer gleiche Standard-Bauelemente (Einarmige Banditen, Restaurant und Lounge) zur Auktion sowie zusätzlich drei oder vier "bessere" Elemente, für die die Preise beim Bieten jedoch sehr hoch werden können. Durch Ereigniskarten, die ebenfalls fast jede Runde gezogen werden, kommt noch mehr Dynamik ins Spiel.
Beendet wird das Spiel, wenn entweder ein Spieler seinen Bauplan gänzlich zugebaut hat oder eine Bauelementgröße zur Versteigerung kommen müsste, die nicht mehr zur Verfügung steht.
Nun erfolgt die Endabrechnung, bei der Einkommen und Bewohner Extrapunkte für den Ruhm ergeben, und die Bebauung des Bauplans auch Zusatzpunkte ergeben kann. Am Ende gewinnt der Spieler mit dem größten Ruhm.

Fazit: Vegas Showdown ist ein kurzweiliges Strategiespiel, das durch das Bieten einen interaktiven Charakter bekommt und durch die Ereigniskarten einen gewissen Glücksfaktor mitbringt. Durch die solide Spielausstattung und die abwechslungsreichen Strategien kann man an dem Spiel lange Freude haben und den recht hohen Preis rechtfertigen. Als schnelles Partyspiel ist Vegas Showdown jedoch nicht geeignet.




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