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Doom: Das Brettspiel
Von Marcus Pohlmann

Rezension erschienen: 24.12.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Kevin Wilson, Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 47,95 Euro (EVK)


Mit DOOM hat man sich nun an die Brettspiel-Umsetzung des dritten Teiles der gleichnamigen Computerspiel-Reihe gewagt. Da das Spiel ja schon einige Ableger wie diverse Romane oder einen Film hervorgebracht hat, überrascht es nicht weiter, dass nun auch ein Brettspiel mit dieser Thematik auf den Markt gebracht wird.

Die Handlung lässt sich kurz und knapp zusammenfassen: Die Spieler übernehmen die Rollen von Marines in Diensten der Union Aerospace Corporation (UAC), die auf einer Forschungsstation auf dem Mars nach dem Rechten sehen müssen. Einer der dortigen Wissenschaftler hat ein Tor in eine andere Dimension geöffnet und deren Bewohner, im Spiel als Eindringlinge bezeichnet, strömen jetzt in die Station. Die Aufgabe der Marines besteht nun darin die Station zu verlassen und sich dabei den Weg durch die Gänge freizukämpfen.
Trotz dieses, zugegebenermaßen, nicht wirklich innovativen Plots ist es dem Computerspiel seinerzeit gelungen, allein durch Atmosphäre und Effekte eine riesige Spielergemeinschaft hinter sich zu versammeln.

Nach dem Öffnen der Box fällt zuerst die Fülle der Spielmaterialien auf. Neben einer Unzahl von Markern für Munition, Rüstung, Befehlen und viele andere Spieleffekte sind da noch die Boden- und Raumplatten, die beliebig zu immer neuen Szenarien kombiniert werden können, und natürlich die Figuren der Marines und der Eindringlinge. Hier gibt es vom einfachen Zombie bis hin zum mächtigen Cyberdemon fast alle Monster, gegen die man auch am Computer schon antreten durfte. Die Gestaltung der Figuren wurde weitgehend von dem Design der digitalen Vorbilder übernommen und gut in weichem, bruchsicherem und unbemaltem Plastik umgesetzt. Dazu kommen ein Heft, in dem die Spielregeln und Teile des Hintergrundes erläutert werden, sowie das Heft für den Spieler der Eindringlinge. Dies enthält neben einer detaillierten Szenarienbeschreibung auch den Aufbauplan für die jeweilige Mission.

Wie schon aus einigen anderen Spielen ähnlicher Machart bekannt, übernimmt einer der zwei bis vier Spieler die Rolle der Eindringlinge. Diesem Spieler obliegen der Aufbau der Szenarien, das Vorlesen der Raumbeschreibungen und die Aktionen der Monster. Die übrigen Spieler sind die glücklosen Marines, die auf der Forschungsstation festsitzen und überleben wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen von der einfachen Pistole bis zur BFG diverse Waffen und Hilfsmittel bereit, auch die allseits beliebte Kettensäge wurde nicht vergessen. Im beiliegenden Szenarioheft ist eine fünfteilige Kampagne enthalten, in der die Marines eine Rettungskapseln erreichen müssen, die sie in Sicherheit bringt. Der Schwierigkeitsgrad der Missionen steigert sich kontinuierlich und man muss sich mit einem oder auch mehreren Endgegnern herumschlagen, die den jeweiligen Ausgang versperren oder wichtige Gegenstände bewachen.

Das Spiel teilt sich in verschiedene Runden auf, in denen jeder der Spieler seine zur Verfügung stehenden Aktionen durchführt. Erst nachdem alle Marines-Spieler gehandelt haben, können nun die Eindringlinge reagieren. Für Angriffe werden, je nach verwendeter Waffe und Figur, eine unterschiedliche Anzahl sechsseitiger Würfel geworfen. Die Symbole auf den Würfeln geben die Reichweite und Treffer des Schusses an. Abhängig vom Rüstungsschutz erhält nun die Figur eine bestimmte Anzahl an Schadenspunkten. Sollte die Anzahl der zugefügten Verletzungspunkte die der noch vorhandenen übersteigen, so werden Eindringlinge vom Spielfeld entfernt und kommen zurück in den Pool. Sollte ein Marine fallen, so erscheint er in der nächsten Runde wieder auf einem freien Feld in der Nähe. Der Spieler der Eindringlinge erhält dafür einen Killpunkt. Je nach Szenario ist es für ihn notwendig eine bestimmte Anzahl dieser Punkte zu sammeln, um die Marines zu besiegen.

Die schon bekannten Spielmechanismen des Computerspiels wurden gekonnt auf das Spielbrett übertragen. Aber auch neue Elemente, wie zum Beispiel die Ereigniskarten oder die Befehlsvergabe an die eigene Spielfigur haben ihren Weg in die Regeln gefunden. Eine der auffälligsten Differenzen ist nun die Möglichkeit als Marine Killpunkte für besiegte Gegner zwischen den Szenarien in verschiedene Vergünstigungen einzutauschen. Grade im späteren Spielverlauf erweisen sich diese als sehr nützlich, wenn auch nicht als übermächtig.



Am umfangreichen Spielmaterial gibt es nichts auszusetzen. Alle Teile, von den Figuren bis zu den Markern, sind von durchweg hoher Qualität, sowohl was die Gestaltung als auch die Ausführung angeht. Die beiden Hefte mit den Regeln sind gut übersetzt und verständlich geschrieben, so dass man nach kurzer Lektüre die erste Mission beginnen kann.
Mit DOOM ist die hervorragende Umsetzung vom Computer- zum Brettspiel gelungen, was gerade beim Spiel mit mehreren Marines enorm viel Spaß macht.
Aber auch zu zweit lässt sich durchaus eine Runde spielen, wobei der Schwierigkeitsgrad für den Marine doch merklich ansteigt und ich mir öfters den beliebten "Infinite Ammo"-Cheat der Computerversion gewünscht habe. Diesem Brettspiel gelingt es tatsächlich die Atmosphäre des Computerspiels aufzubauen und stundenlang zu fesseln.
Durch den modularen Aufbau der Bodenplatten ist es ohne weiteres möglich, sich seine eigenen Szenarien zu bauen und diese in das Spiel zu integrieren.

Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass der Heidelberger Spieleverlag auf seiner Homepage weitere Szenarien für DOOM zum kostenlosen Download bereitstellt und auch die erste Erweiterung für den Herbst 2007 angekündigt ist.




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