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Descent: Die Reise ins Dunkel
Von Hendrik Ebbers

Rezension erschienen: 23.01.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Kevin Wilson, Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 60,00 Euro (EVK)

"Descent - Die Reise ins Dunkel" wurde vom Heidelberg Spielverlag in Deutschland veröffentlich. Ursprünglich wurde das von Kevin Wilson entwickelte Spiel bei der amerikanischen Firma FantasyFlightGames herausgegeben.

Die Spielschachtel ist für ein einfaches Brettspiel sehr groß und schwer ausgefallen. Öffnet man diese, kommt man aus dem Staunen erstmal nicht mehr raus. Unmengen an Plastikminiaturen, Bodenplänen, Markern, Würfeln und Karten befinden sich in der Schachtel. Vor allem die Miniaturen fallen wegen ihres hervorragenden Designs und den genialen Größenunterschieden besonders auf. Es gibt einige Wesen, wie Drachen, deren Figuren um ein vielfaches größer ausgefallen sind, als beispielsweise die Ritterminiaturen. Neben einer Anleitung befindet sich noch ein Heft mit mehreren Szenarien in der Schachtel. Direkt beim Auspacken des Spielmaterials fällt jedoch ein negativer Punkt ins Auge: In der Spielschachtel gibt es keinerlei Unterteilungen, so dass das Material sehr schnell durcheinander gerät und zum Sortieren vor Spielbeginn eine Menge Zeit benötigt wird.

Das Spielprinzip von "Descent" erinnert stark an Hero Quest oder das Dungeons & Dragons-Brettspiel. Allerdings wurden viele Kritikpunkte der anderen Spiele beachtet und mit intelligenten Lösungen versehen, wodurch "Descent" um einiges "erwachsener" und "ausgereifter" wirkt. Ein bis vier Spieler suchen sich bei "Descent" vorgefertigte Helden aus, um mit diesen in Dungeons vorzudringen, Monster zu bekämpfen und Schätze zu erbeuten. Anders als bei den meisten ähnlichen Spielen stehen hier schon eine Vielzahl an Helden zur Auswahl, die alle besondere Vor- und Nachteile haben. Zusätzlich zieht man für seinen Helden noch verdeckt drei Zusatzfähigkeiten. Sehr schön hierbei ist, dass sich die Helden dann nicht einfach nur in besseren Waffen oder Zaubern unterscheiden, sondern wirklich spezifische Charaktere entstehen, die zum Beispiel sogar einen tierischen Begleiter haben können. Ein zusätzlicher Spieler ist nun der Dungeonlord, der alle Gegner der Helden spielt. Dieser sucht sich aus dem Szenarioheft ein Dungeon aus und beginnt den ersten Teil des Gewölbes mit Hilfe der variablen Bodenplatten nachzubauen. Während des Spiels durchforsten die Helden dann dieses Dungeon, während der böse Spieler ihnen Monster und Fallen in den Weg stellt. An bestimmten Stellen gibt es immer wieder stimmungsvolle Vorlesetexte gibt, die die Atmosphäre des Spiels steigern. Ziel des Spiels für die Spieler der Helden ist es, das Dungeon zu überstehen und am Ende meist einen besonders starken Endgegner zu bezwingen. Dazu stehen ihnen besondere Gegenstände, Waffen und Zauber zur Verfügung, die sie entweder im Dorf kaufen oder im Dungeon finden können. Für das Lösen von Teilaufgaben, wie das Finden eines wichtiges Schlüssels, bekommen die Helden Conquest-Punkte, die sie auch bitter benötigen, da es das Spielziel des Dungeonlords ist, den Helden alle diese Punkte zu stehlen. Dies geschieht hauptsächlich durch das Töten von Helden, die nach Abgabe einer bestimmten Anzahl von Conquest-Punkten im Dorf wiederbelebt werden und von dort zurück in das Dungeon kommen können. Also kann es nicht passieren, dass ein Spieler vor Beendigung einer Partie aus dem Spiel ausscheidet. Zusätzlich zu den Monsterminiaturen stehen dem Dungeonlord noch Karten zur Verfügung, durch die er besondere Ereignisse oder Fallen auslösen kann. Um das Spiel noch ausgewogener zu gestallten, haben die verschiedenen Monster je nach Anzahl der Heldenspieler unterschiedliche Werte.

Alles in allem ist "Descent - Die Reise ins Dunkel" ein sehr gutes Fantasy-Spiel, das sich dank des opulenten Spielmaterials alleine schon von der Optik her von anderen Spielen abhebt. Durch das ausgefeilte und ausgewogene Spielsystem wirkt es auch sehr viel spannender und ausgereifter als die meisten vergleichbaren Spiele. Allerdings sollte man vor allem für die ersten Partien eine Menge Zeit mitbringen, da alleine das Aufbauen schon lange dauert und eine Partie vor allem bei mehreren Spielern sehr lang werden kann.




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