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Siena
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 24.11.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Mario Papini, Verlag: Keine Angabe, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 35,- €


Dieses Spiel ist etwas ganz Besonderes, denn es findet auf einem Fresko statt, welches auf der linken Seite die Stadt Siena und auf der rechten das Land drum herum zeigt.
Die 2-5 Spieler starten auf der rechten Seite im Stand eines Bauern und arbeiten sich durch den Verkauf ihrer Ernteerträge über den Händler zum Banker hoch. Als dieser zieht man in die Stadt ein und spielt somit auf der linken Seite des Freskos weiter.

Im Stand steigt man durch das Anhäufen von Gulden auf. Ernteerträge bekommen die Spieler durch das Ausspielen von Karten, welche sie vorher kaufen können. Man produziert aber immer alles, was auf der Karte verzeichnet ist, und das beinhaltet auch jene Waren, die nur Händler verkaufen können und anderen Spielern gutgeschrieben werden. Ebenso produzieren aber auch die Händler für den Bauernstand mit. Nur wenn ein Speicher voll ist, kann man die Ernte einfahren und Gulden dafür bekommen, man muss also auch ein wenig spekulieren, wann man seine Karten spielt. Die Reihenfolge, in der dies geschieht, bestimmt der ärmste Spieler. Je reicher man ist, desto mehr kosten auch die Karten, insofern stellt sich doch eine gewisse Ausgewogenheit ein. Als Bauer produziert man Wein, Oliven und Weizen, als Händler Tuch und Gewürze, kann aber auch auf Handelsreise nach Florenz oder Arezzo gehen, was weniger risikoreich Gulden einbringt.

Zieht man bei 80 Gulden in die Stadt ein, wendet sich das Blatt. Nun geht es nicht mehr darum Geld anzuhäufen, sondern Ruhm und Ansehen zu ernten. Dies geschieht, indem man den berühmten Turm zu Siena baut, Künstler unterstützt, oder Ansehenskarten kauft. Da man nichts mehr verkaufen kann, bekommt man jede Runde acht Gulden und drei für jede verkaufte Ware der Bauern und Händler. Zudem hat man die Möglichkeit mit ersteigerten Karten (zu Anfang des Spiels oder während der Kaufphase) an diversen Plätzen weitere Gulden zu bekommen. Aber die Stadt ist natürlich voll von Ereignissen, die einem die Taschen leeren. So wollen Bettler, Hochzeitspaare, die Kirche und Konkubinen im Gasthaus ihren Anteil. Diesen kann man teilweise verweigern, wodurch man aber an Ansehen verliert. Aber auch diese Ereignisse kann man zum Teil wieder durch Karten negieren, indem man den Konkubinen quatschende Freundinnen auf den Hals hetzt oder dem Bettler den Schutzmann. Das Spiel ist entweder ab Runde 20 zu Ende oder wenn der große Turm fertiggestellt ist.

Fazit: Uns liegt hier eine kunstvoll gestaltete Wirtschaftssimulation vor, welche das Fresko mehr als genial umsetzt, aber dadurch nicht zu komplex wird. Alleine die unterschiedlichen, liebevoll verarbeiteten Aspekte machen das Spiel sehr stimmungsvoll. Unbedingt empfehlenswert!




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