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Die unbezwingbare Stadt
Von Marcus Pohlmann

Rezension erschienen: 26.04.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Hans van Tol, Verlag: HUCH & Friends Hutter Trade GmbH & Co. KG, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 23,95 Euro


Als Großmeister eines Ritterordens versucht jeder der bis zu fünf Spieler in Die unbezwingbare Stadt von Huch! & Friends genug Einfluss und Macht zu erringen, um von den Bürgern als alleiniger Herrscher anerkannt zu werden. Dies ist aber nicht, wie man vielleicht auf Grund des Titels und dem Hintergrund vermuten könnte, mit Eroberung und Schlachten zu schaffen, sondern durch die geschickte Besiedlung und den Bau von Gebäuden innerhalb der Stadt.

Das erste, was beim Öffnen der Schachtel ins Auge fällt, ist das Spielbrett. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spielen ist es nicht quadratisch, sondern rund. Die Fläche der Stadt ist in 48 Gebiete unterteilt, die sich wiederum in drei Kreise gliedern, die von der Stadtmauer, die auch als Punktezähler fungiert, umgeben wird. Daneben gibt es eine Unzahl an Spielsteinen aus Holz, die entweder Ritter, Großmeister oder Bausteine darstellen. Auch noch enthalten sind Gebäude-, Ereignis- und Einflusskarten, die im Spielverlauf zum Einsatz kommen.

Zu Beginn des Spieles bestimmen die Spieler ihre Startgebiete, danach deckt der Spieler, der grade an der Reihe ist, die Karten des Zugstapels auf, so lange, bis eine Gebäudekarte erscheint. Wenn ein oder mehrere Spieler nun ein Gebäude in derselben Farbe besitzen, so erhalten sie Bausteine, um ihre weitere Gebäude zu bauen. Danach gibt es für den Spieler noch die Möglichkeit Gebäudekarten oder Gebiete zu kaufen und die Gebäude dann auch zu errichten. Dafür werden dann die entsprechenden Siegpunkte vergeben. Anschließend ist der nächste Spieler an der Reihe und deckt seinerseits die Karten des Zugstapels auf.
Daneben kommen noch Ereignisse oder Einflusskarten ins Spiel, wie der Überfall, mit dem man ein gegnerisches Gebiet übernehmen kann, oder der Schwarze Tod, der ganze Landstriche verheert. Der Spieler der zuerst eine abhängig von der Spielerzahl festgelegte Punktzahl erreicht, kann das Spiel für sich entscheiden und wird fortan die Stadt beherrschen.
Wenn man das Basisspiel beherrscht, kann man zur strategischen Spielvariante übergehen. Hier hat der Spieler noch einige weitere Möglichkeiten zur Verfügung, so kann man auch gegnerische Gebiete übernehmen, indem man sie isoliert oder mittels gezielten Bauens zur Großmacht aufsteigt. Erschwert wird diese Variante allerdings dadurch, dass sich der Spielablauf nun noch in historische Epochen gliedert und nicht alle Gebäude zu jeder Zeit verfügbar sind. Hier steigen die Anforderungen an den Spieler zur Vorausplanung teilweise erheblich.

Die Ausstattung des Spiels lässt keine Wünsche offen: Das eigentliche Spielbrett ist stabil und sinnvoll aufgeteilt. Die Illustrationen sowohl der Karten als auch des Spielbretts sind nicht wirklich spektakulär, erfüllen aber ihren Zweck und stören die Übersichtlichkeit des Spielablaufes nicht. Die Anleitung wirkt leicht verständlich und lässt, auch Dank der Beispiele, keine Fragen unbeantwortet. Die strategische Variante des Spieles sorgt für eine neue Herausforderung, wenn man sich schon eingehend mit dem Grundspiel beschäftigt hat.
Bei den ersten Spielen stört der nicht unerhebliche Glücksfaktor ein wenig. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Spieler mehrere Runden nicht in der Lage ist etwas zu bauen und seinen Mitspielern hoffnungslos hinterher hinkt. Nach einigen Partien weiß man aber auch, wie man sich auf solche Situationen einstellen und seine Baustrategie so auslegen kann, dass der Glücksfaktor erheblich vermindert wird.
Es hat zwar etwas länger gedauert, sich mit dem Spiel anzufreunden, aber mittlerweile weiß Die unbezwingbare Stadt in beiden Spielvarianten zu überzeugen und es gefällt mir von Spiel zu Spiel besser. Für Freunde von strategischen Aufbauspielen lohnt sich ein Versuch auf jeden Fall.




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