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Justinian
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 15.12.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Colovini, Leo; Saragosa, Alessandro, Verlag: Phalanx Games b.v., Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 34,99 Euro


Phalanx Games hat sich in den letzten Jahren durch ungewöhnliche Spiele mit reichhaltigen Spielmaterial einen guten Ruf erworben – ein Ruf, der auch durch Justinian bestätigt wird.

Ziel des Spiels ist es, seinen Einfluss auf die Günstlinge des Hofes geltend zu machen, sie dadurch in eine bessere Position zu bringen und so letztlich selbst besseres Gehör beim Kaiser zu finden.

Das Spielmaterial macht einen guten Eindruck: Auf den Spielplan aus stabiler Pappe kommen die zwölf Günstlingsschablonen, dazu gibt es vier kleine Sichtschirme, einen Siegpunkteplan aus etwas dünnerer Pappe, diverse Pappmarker, einen hölzernen Spielzugmarker und 48 Spielkarten. Die stabilen Pappmarker lassen sich ebenso leicht lösen wie die "Fenster" der Günstlingsschablonen. Und nach Beendigung des Spiels kann alles sortiert in der Schachtel untergebracht werden. Der Gesamteindruck des Spielmaterials überzeugt: hochwertig, verschiedene Materialien, reichhaltig und wieder verstaubar.

Die (nur) deutschsprachige Spielanleitung umfasst vier Seiten und erklärt die Regeln auch dank vieler Aufbaubeispiele und Bilder verständlich. Man braucht zwar durchaus ein Spiel, um alle Details der Regeln zu erfassen und zu überblicken, welche Strategien gangbar sind, aber das ist ja bei den meisten Spielen so.

Jeder Spieler bekommt am Anfang des Spiels zehn Marker und zwei Karten von jeder der vier Farbe. Letztere markieren seine Günstlinge, die mit den Zahlen 1 bis 12 durchnummeriert sind. Alle zwölf Berater des Kaisers liegen nach dem Rang ihrer Wichtigkeit aus. So ist Narses (noch) der bedeutungsloseste, während Maximilianus den größten Einfluß besitzt. Nun gilt es für die Spieler eine von zwei Strategien zu verfolgen: entweder seine Günstlinge hochzubringen, andere zu diskreditieren oder möglichst schnell die Wertung einzuleuten, vor allem, wenn er schon Günstlinge in hohen Positionen hat. Dazu werden die Marker benötigt. Diese zeigen Werte von 1 bis 3 in rot oder schwarz. Die schwarzen Zahlen lassen die Günstlinge um die entsprechende Position steigen, rote Zahlen lassen ihn absteigen. Hat man aber schon zwei Günstlinge in guter Position, ist es auch möglich, eine schnelle Wertung herbeizurufen. Dazu werden die Marker auf den Siegpunkteplan gelegt und sobald eine Runde beendet ist, kann man die erste Phase mit fünf Punkten beenden. Derjenige darf dann auch die Farbe, die gewertet werden soll, auswählen.

Dabei bringen die anfangs hohen Günstlinge weniger Siegpunkte (Maximilian 25 in höchster Position in der ersten Runde) als einst niedrige Günstlinge in der gleichen Position (Narses 47 Punkte), schließlich war es schwieriger sie so weit hoch zu bringen.

Insgesamt gibt es nur drei Phasen, wobei in jeder die Einflusspunkte steigern (Maximilian erst 25, dann 32, dann 40). Daher werden auch nur drei der vier Farben gewertet und es gilt, vorausschauend mit seinen Markern zu haushalten, mehr als die 22 Marker (mit insgesamt 38 Punkten, um Positionen zu ändern oder die Wertung auszurufen) gibt es nicht.

Nach einer Spielrunde geht das Spiel fix von der Hand und dauert sogar kürzer als die angegebenen 45 Minuten.

Fazit: Das Spiel ist vor allem dem Brettspielkenner zu empfehlen, die schon vieles im Schrank stehen haben. Herausragend sind bei Justinian neben dem hochwertigen Spielmaterial die ungewöhnliche Spielidee und dass es sich wegen dem überschaubaren Zeitrahmen gut zwischendurch spielen läßt.




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