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Anasazi
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 01.03.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Klaus-Jürgen Wrede, Verlag: Phalanx Games b.v., Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 19,99 Euro


Auf den Spuren einer geheimnisvollen Kultur: Bei »Anasazi« erforschen zwei bis vier Spieler die Überbleibsel eines alten Indianervolkes, das seine Siedlungen auf den Felsplateaus und in den Canyonwänden des Mittleren Westens hatte. Hierbei nehmen sie an verschiedenen Expeditionen teil, erkunden Pueblos und erbeuten die Schätze der vier Stämme der Anasazi.

Die überwiegend in gedämpften Braun- und Grüntönen gehaltene Verpackung stimmt gut auf das Thema des Spiels ein. Eine großflächige Abbildung des Spielmaterials auf der Rückseite vermittelt einen ersten Eindruck vom eigentlichen Spiel. Das Material ist gut gearbeitet und solide, wenn auch wenig abwechslungsreich gestaltet. Positiv hervorheben muss man die Anleitung, die auf drei DIN-A5-Seiten die Regeln kompakt und dank mehrerer Abbildungen gut verständlich erläutert. Insgesamt präsentiert sich »Anasazi« in einer durchaus gefälligen, aber etwas eintönigen Optik.

Zu Spielbeginn werden 27 Spielplanteile in zwei Ringen um ein zentrales Plateau ausgelegt. Auf jedem dieser Plateaus befinden sich Siedlungen der Anasazi, auf die jeweils ein Schatz einer der vier Stammesfarben gelegt wird. Diese werden im Laufe des Spiels erbeutet, wenn eine Expedition die jeweilige Siedlung erreicht. Auf 16 der Siedlungen werden zudem Wohntürme gestellt, unter denen sich jeweils ein Punkt in der Farbe eines der vier Stämme der Anasazi befindet. Diese werden ebenfalls entdeckt, wenn eine Expedition den entsprechenden Teil einer Siedlung erreicht und anschließend auf die zugehörigen, jeweils fünf Felder umfassenden Punkteskalen gestellt. Hierbei gilt: Je mehr Siedlungen eines Stammes entdeckt werden, desto weniger sind die Schätze der jeweiligen Farbe am Ende wert.

Ausgehend von sechs Startplättchen führen die Spieler nun reihum mittels länglicher Marker die Expeditionen durch das Land der Anasazi. Hierbei kann jeder Spieler eine oder zwei beliebige Expeditionen fortführen und die Schätze der "entdeckten" Siedlungen an sich nehmen. Als zusätzliches taktisches Element verfügt jeder Spieler über sieben Camps, die er in den Zwischenräumen der Plateaus einsetzen kann. Diese dürfen nur vom Spieler selbst mit einem Expeditionsmarker überbaut werden, der hierfür dann auch noch einen Schatz eines Mitspielers klauen darf. Setzt man ein Camp ein, darf man sich zudem noch die Unterseite eines beliebigen Wohnturms ansehen und so wertvolle Informationen für die eigene Schatzsuche gewinnen. Führt man eine Expedition fort, darf man sich anschließend ebenfalls einen Wohnturm ansehen, ist hierbei jedoch auf ein aktuell mit dieser Expedition erreichtes Plateau beschränkt. Reihum haben die Spieler jeweils zwei Aktionen zum Einsetzen eines Camps oder zur Fortführung einer Expedition zur Verfügung.

Es wird solange gespielt, bis sämtliche Expeditionsmarker verbaut sind oder vier Wohntürme einer Stammesfarbe entdeckt wurden. Nun multipliziert jeder Spieler die Anzahl seiner Schätze pro Farbe mit den noch freien Feldern der jeweiligen Punkteskala. So sind die Schätze des Stammes, von dem vier Siedlungen entdeckt wurden, nur jeweils einen Punkt wert, während die Schätze eines vollkommen unentdeckten Stammes fünf Punkte wert wären. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Fazit:
»Anasazi« ist ein schnelles, kurzweiliges Spiel, bei dem es neben ein wenig Glück vor allem auf ein gutes Gedächtnis, Augenmaß und Geschick beim Anlegen der Expeditionsmarker ankommt. Die Tatsache, dass die Marker nicht immer glatt aufeinander liegen und relativ leicht verrutschen, stellt neben der etwas eintönigen Optik den einzigen Wermutstropfen dar. Man muss das Ganze ein bisschen locker sehen und darf nicht pedantisch auf der exakten Platzierung der Spielelemente bestehen, dann hat man an »Anasazi« sicher seine Freude.




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