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Von Ralf Sandfuchs
Rezension erschienen: 10.01.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Günter Burkhardt, Verlag: Kosmos Verlag, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 9,99 Euro
Die Reihe der kleinen Spiele aus dem Hause Kosmos hat schon so manches interessante Spiel hervorgebracht, leider aber auch einige recht öde Exemplare. An SchreckLicht haben mich zunächst einmal der pfiffige Titel und die schönen Kartengrafiken auf der Packung angesprochen. Doch zum Glück ist das nicht alles, was das Spiel zu bieten hat. 36 so genannte "Gruselkarten" in drei Farben, die jeweils die Einzel-Werte von 0 bis 11 zeigen, stellen die Grundlage des Spiels dar. Gruselig wirken die Karten jedoch nicht, sondern eher niedlich. Jeder Spieler erhält eine dieser Karten offen ausgeteilt (als Start seiner Auslage) und danach sechs weitere verdeckt. Zusätzlich werden pro Runde drei von zwölf Aufgabenkarten am Spielbrett angelegt, wodurch sie jeweils einer der drei "Grusel"-Farben zugeordnet werden. Die Aufgaben bestehen darin, bestimmte Karten in seine Auslage zu legen oder sie eben gerade nicht dorthin zu legen, besonders viele oder besonders wenige Karten mit bestimmten Symbolen zu haben und so weiter. Im eigentlichen Spiel versucht man nun, durch die eigene Auslage diese Aufgaben möglichst gut zu erfüllen; man hat jedoch auch die Möglichkeit, Karten bei anderen Spielern abzulegen, um deren Erfolgsaussichten zu schmälern. Darüber hinaus darf man auch eine ausliegende Karte verdecken und damit aus dem Spiel zu nehmen. Die Spieler sind reihum dran und dürfen dann jeweils eine Karte legen, egal, ob in die eigene oder eine fremde Auslage. Mit jeder Karte, die ausgelegt wird, wandert der Spielstein der entsprechenden Farbe auf dem Spielbrett um den aufgedruckten Wert an Schritten vor; wird eine Karte verdeckt, wandert der Stein wieder die entsprechende Anzahl an Feldern zurück. Eine Runde endet, wenn ein Stein eine bestimmte Anzahl von Feldern vorgewandert ist oder wenn jeder Spieler vier offene Karten in seiner Auslage hat. Je nach Position der Steine der passenden Farbe bringen die Aufgabenkarten nun unterschiedlich viele Punkte, die man notiert. Danach werden drei neue Aufgaben ausgeteilt, und eine neue Runde beginnt. Das komplette Spiel endet nach vier Runden, wenn alle Aufgaben (mehr oder weniger gut) gelöst wurden. SchreckLicht hat recht überschaubare Regeln, man benötigt aber trotzdem ein oder zwei Runden, um die Möglichkeiten des Spiels zu erfassen. Durch die verschiedenen Möglichkeiten, Karten auszuspielen, kann man hier ganz unterschiedliche Taktiken wählen. Auch merkt man meistens erst durch schmerzliche Selbsterfahrung, dass eine ausgespielte Karte zwar dazu führen kann, dass man eine Aufgabe am besten erfüllt, durch die Farbe dieser Karte aber der entsprechende Stein zu weit wandert, nun plötzlich eine falsche Aufgabenkarte in Front liegt und mehr Punkte erzielt als die gewünschte. Leider führen einige der Aufgabenkarten öfter zu einem Unentschieden, als dies eigentlich nötig wäre. Besonders negativ fällt dies bei den Wertungen mit Kürbisköpfen auf, da hier bei Gleichstand derjenige gewinnt, der weniger bzw. mehr Karten mit Kürbisköpfen vor sich liegen hat; da aber ALLE Karten Kürbisköpfe zeigen, ist diese zusätzliche Sieg-Regel nur bei unvollständigen Auslagen zu erfüllen (was bei uns aber praktisch nie passiert ist). Zum Glück erhält man auch bei einem Unentschieden noch Punkte, leider aber eben auch der Gegner. Abgesehen von solchen kleineren Schwächen ist SchreckLicht ein sehr interessantes Spiel, das auch bei wiederholtem Spielen immer wieder seinen ganz eigenen Reiz entfaltet. Für nicht einmal zehn Euro also ein wirkliches Schnäppchen!
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