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Britannia
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 18.11.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Lewis Pulsipher, Verlag: Avalon Hill, Seiten: , Erschienen: 1986/ 2003 (dt), Preis: 20,- €


"Während des 2. Weltkrieges proklamierten die Briten stolz, dass seit 1066 keine (erfolgreiche) Invasion mehr auf Großbritannien stattgefunden hätte."

So steht es in den historischen Anmerkungen dieses Brettspieles in der deutschen Version von Welt der Spiele und von diesem glorreichen (und vor allem auch gewalttätigen) Zeitalter handelt es. 43 n.Chr., die 2. römische Invasion schlägt durch und die Provinz Britanniae wird errichtet... hier steigen wir ein. Wenn es auf dem deutschen Spielemarkt ein Brettspiel gibt, welches sich mit all seinen Details sehr nah an der Geschichte Großbritanniens orientiert, dann dieses hier. Drei bis fünf Spieler kommen im Laufe der Zeit in den Genuss einige der zahlreichen Völker Britanniens zu spielen und mit ihnen um die einzelnen Grafschaften der Insel zu kämpfen indem sie Invasionen leiten, Kastelle bauen oder ihre Völker in der Schlacht vereinen. Und deren gibt es viele (Schlachten wie Völker). Aber richten wir unser Augenmerk doch erst mal auf Letztgenanntes: Römer, Romano-Briten, Belgae, Waliser, Briganten, Pikten, Kaledonier, Iren, Schotten, Wikinger, Dubliner, Dänen, Jüten, Norweger, Sachsen, Angeln, Normannen, alle wollen ein Stück von großen britischen Kuchen. Da man hier auf Plastikfigürchen verzichtet hat (u.a. zu Gunsten des Preises) liegen eine Menge "Pöppel" bei, diese lassen sich aber dafür prima in den Grafschaften stapeln und sind zudem eigentlich ganz nett mit einer Silhouette des jeweiligen Kriegers gekennzeichnet. Das Spielbrett gibt optisch viel her und ist wunderbar robust. Wer sich jetzt aber entspannt zurücklehnt, der darf die Regeln erklären, denn die haben es in sich! Um das ganze übersichtlich zu halten gibt es zum einen für jeden Spieler eine Regelübersicht und für jedes Volk die Spielziele, welche zu Gunsten des Flairs sehr historisch korrekt gehalten sind (und auch nur für diese Korrektheit gibt es Punkte). Hat man aber einmal gemeinsam die zwar relativ kurzen, aber dennoch nicht ganz leichten Regeln im Kopf so wird der Abend (beim ersten spielen sogar vielleicht zwei, oder eben der ganze Tag) im Nu very british. Im Taumel des Geschehens nur nicht den Sinn für die Geschichte verlieren und dem Drang widerstehen mit den Iren in London einzufallen. So denn, Rule Britannia!



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