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Der große Zugraub
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 16.11.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Mario Truant Verlag, Seiten: , Erschienen: 2000, Preis: 9,36 €


Willkommen zurück bei "Friedey‘s" Schnellrestaurant der Verdammten, doch es sind schlechte Zeiten. Die Gehirne, welche man sich eh schon teilen musste sind futsch, wohl zu oft heruntergefallen. Doch da kommt ein Zug voller Regierungskäse und wo ein Zug ist, sind auch Gehirne und Du bist Dir sicher, Gehirne sind genau das, was Du jetzt brauchst. Also rein in Zug!

Truant beehrt uns mit einem weiteren Zombiespiel zum kleinen Preis. Drei bis sieben Spieler schlüpfen in die Rolle von Zombies, welche dringendst Gehirne benötigen. Man stolpert also durch den Zug und lutscht sie fröhlich aus diversen Passagierköpfen (die es nicht gibt; es wird generell, zum Schutz der Jugend, angenommen, dass die Hirne schon bereitwillig herumliegen).
Spieltechnisch vollzieht sich dies folgendermaßen: Jeder Spieler hat zwei Hände und einen Kopf. In den Händen kann man je ein Hirn halten und in den Kopf eines einsetzen. Die Hirne werden durch Karten repräsentiert, auf welchen wir die jeweilige Persönlichkeit (König, Barmann, Revolverheld, Käse, etc.) in Form von Zombies sehen. Für jede Karte in der Hand hat man einen Würfel bei der Bewegung weniger, ebenso, wenn man kein Gehirn hat. Dieses kann man durch Ausgabe von Erfahrungspunkten bewerkstelligen, welche man bekommt, wenn man die Gehirne im Zug aufsammelt. Wenn man aber nur etwas im Kopf haben will, kann man auch Käse einsetzen und so verhi(r)ndern nur mit einem Würfel würfeln zu müssen. Stehen zwei Zombies auf einem Feld, können sie sich um die Hirne kloppen und wieder Erfahrungspunkte sammeln. Für jedes aufgesammelte Hirn gibt es eine Karte mit neuen Hirnen. Man sieht schon, das Hirn ist Programm. Man läuft im Laufe des Spiels in immer neue Waggons, welche die Spieler anlegen. Der kleine Zombie, welcher den neuen Waggon betritt, kann es sich aber nicht verkneifen, ihn automatisch entkoppeln zu versuchen. Sollte dies gelingen, fällt ein Waggon am Ende weg und es wird erneut versucht, bis der Wurf gelingt, oder keine Waggons mehr da sind. Alle Zombies in den abgehängten Wägen müssen nun den Zug hinterherlaufen und verlieren all ihre Hirne. Irgendwann kommt dann die Lokomotive mit zwei Bremsen in Reichweite. Bei jeder Betätigung entkoppelt sich ein Waggon. Steht nur noch die Lok, hat der Zombie gewonnen, welcher den höchsten IQ hat. Dieser ist auf seiner Hirnkarte aufgedruckt. Mit Käse im Hirn kann man das Spiel nicht gewinnen. Wie im echten Leben eben. Es entsteht am Ende also eine riesige Klopperei um den größten IQ, um diesen zu vernichten, oder ihn sich selbst einzupflanzen und zum neuen Opfer der restlichen Mitspieler zu werden. Man muss auch aufpassen, dass man sich einen hohen IQ, den man auf der Hand hat, nicht zu früh einsetzt, um Ziel aller untoten Fahrgäste zu werden. Das Spiel kommt wie so oft ohne zusätzliches Spielmaterial als unbedingt nötig aus (also Regeln und Spielbretter). Zwei sechsseitigen Würfeln und etwa 50 Marker (geht auch mit Würfeln und Schnipseln o.ä.) muss man selbst auftreiben. Zudem setzt Truant wie immer auf die Pappbox.

Fazit: Mir gefällt diese Politik gut, denn dies garantiert eine Menge Spaß zum Minimalpreis. Die rund 10 Euro sind wirklich enorm günstig, für soviel hirnrissigen Spielspaß. Und das illustre Low-Budget Zombiegame hat sogar einen realen Hintergrund: Jedes Jahr verteilt die USA Überschüsse aus der Käseproduktion. Wieso sollte sich dieser nicht also zufällig in unserem Zug befinden? Yum yum!




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