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Taluvá
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 17.12.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Marcel-André Casasola Merkle, Verlag: Hans im Glück Verlags-GmbH, Seiten: , Erschienen: Oktober 2006, Preis: 24,95 Euro


Bei Taluva wird eine geheimnisvolle Südseeinsel möglichst geschickt von zwei bis vier Spielern besiedelt. Es entwickelt sich dabei eine dreidimensionale Hügellandschaft und Vulkanausbrüche machen das Leben schwer.

Das Material besteht aus 12 Tempeln, 8 Türmen und 80 Hütten in vier Farben. Hierbei handelt es sich um sehr gut verarbeitete Holzteile mit einem schönen individuellen Design. Dann gibt es da noch 48 Landschaftsplättchen und vier Übersichtskarten. Die Landschaftsplättchen bestehen aus dicker Pappe und bilden jeweils drei Landschaftstypen ab, welche ansprechend gezeichnet sind und schön zur Atmosphäre beitragen. Die Spielanleitung verteilt sich über vier DIN-A4-Seiten und ist mit vielen farbigen Beispielen versehen. Trotz der ausführlichen Beschreibungen blieben bei unseren Runden ein bis zwei Fragen offen.
Die Schachtel ist ansprechend gestaltet. Im Innern befindet sich eine Plastikeinlage für die Landschaftsplättchen, in der alle bis auf genau drei Stück hinein passen. Ein praktischer Ansatz, der jedoch wenig Sinn macht, wenn nicht für alle Teile Platz ist. Bei einem Transport fällt leider alles durcheinander. Die Schachtel hätte ruhig etwas kompakter sein können.

Zur Vorbereitung des Spiels werden die Landschaftskärtchen gemischt und als Zugstapel verdeckt griffbereit zur Seite gelegt. Jeder Spieler wählt eine Farbe und nimmt die entsprechenden Steine an sich.

Jeder Spielzug besteht aus zwei Schritten:

- Landschaftsplättchen anlegen
- Spielsteine setzen

Der Spieler zieht eines der verdeckten Landschaftskärtchen und legt dieses an die bereits ausliegenden an oder darauf. So wächst die Insel nach und nach sowohl in die Breite als auch in die Höhe. Beim Anlegen muss das Plättchen mindestens eine Kante eines anderen Plättchens berühren. Wird ein Plättchen oben auf die anderen gelegt - dabei ist darauf zu achten, dass darunter keine Freiräume sind und dass das Vulkanfeld auf einem anderen Vulkanfeld liegt, aber dabei in eine andere Richtung zeigt - kommt es immer zu einem Vulkanausbruch. Werden dabei fremde oder eigene Hütten überdeckt, kommen diese unwiderruflich aus dem Spiel. Tempel und Türme dürfen nicht überdeckt werden.
Als nächstes muss der Spieler einen seiner Spielsteine einsetzen. Wird eine vorhandene Siedlung erweitert, können es sogar mehrere sein. Eine Hütte darf nur auf der ersten Ebene eingesetzt werden. Ein Turm muss auf der dritten Ebene oder höher stehen und an eine eigene Siedlung angrenzen. Ein Tempel darf nur an eine Siedlung mit mindestens drei Hütten gebaut werden. Soll eine Siedlung mit Hütten erweitert werden, so muss der Spieler sich für einen Landschaftstypen, der an die Siedlung angrenzt, entscheiden. Dann sind auf jedes Feld, das diesem Typ entspricht und an diese Siedlung angrenzt, so viele Hütten zu platzieren, wie der Ebene des Feldes entsprechen.
Kann der Spieler aus irgendeinem Grund keinen seiner Steine setzen, scheidet er sofort aus und hat automatisch verloren.
Das Spiel endet, wenn alle Landschaftsplättchen verbaut sind. Gewonnen hat der Spieler, der die meisten Tempel bauen konnte. Bei Gleichstand zählen als nächstes die Anzahl der Türme und dann die Anzahl der Hütten. Schafft es ein Spieler zwei Arten seiner Steine (zum Beispiel Tempel und Türme) komplett zu verbauen, hat er sofort gewonnen und das Spiel ist ebenfalls zu Ende.

Gerade die letzte Siegbedingung macht das Spiel spannend und lässt noch mal viele taktische Möglichkeiten zu. Jedoch sollte man auch das Risiko nicht aus den Augen verlieren sofort auszuscheiden, wenn man keinen seiner Steine mehr setzen kann.
Allerdings kann ein falscher Zug - vor allem bei einer Besetzung mit zwei Spielern - dazu führen, dass schon vor Spielende ein Spieler nicht einzuholen ist und als Sieger feststeht. Der kleinste Fehler kann unverzeihlich sein. Sind die Spieler nicht ungefähr gleich stark, kann schnell Frust aufkommen.

Fazit:
Taluva ist ein optisch sehr schönes Knobelspiel mit angenehmer Spieldauer, das sowohl für Gelegenheitsspieler als auch für Vielspieler geeignet ist, wenn diese denn ungefähr gleich stark sind. Die Regeln sind recht einfach und schnell verinnerlicht, lassen aber trotzdem viele taktische Möglichkeiten zu.




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