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Tavern
Von Michael Schmitt

Rezension erschienen: 24.11.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Thomas Jansen, Verlag: Elven Ear Games, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 12,00


Was macht ein Abenteurer, müde von Schatzjagd, Drachenschlagen und dem Retten der Welt? Genau. Er sucht sich eine Taverne um ein Getränk zu genießen ... oder zwei ... oder mehr ...

Bei "Tavern" handelt es sich um ein lustiges Spiel für zwei Personen, bei dem jeder Spieler Inhaber einer Taverne ist und versucht mit Musikanten Kunden zu locken, um sie dann mit Getränken zu versorgen. Doch Vorsicht: Gibt man ihnen zu viel, werden sie betrunken and fangen eine Schlägerei an!

Das Spielmaterial besteht aus 28 Kundenkarten, 50 Getränkekarten (mit je einem von vier unterschiedlichen Getränken), zehn Musikantenkarten, sechs Übersichtskarten und einem zwölfseitigen Würfel. Die Karten sind hübsch mit lustigen Figuren gestaltet und enthalten einige Symbole und Zahlen, die zunächst verwirrend wirken. Aber später wird man feststellen, dass sie sehr übersichtlich und zweckmäßig angeordnet sind.
Das gesamte Spiel ist in drei Sprachen verfasst: holländisch, englisch und deutsch. Die Anleitung befindet sich auf einem kleinen Faltblatt in schwarzweiß und könnte etwas übersichtlicher sein. Hilfreich wäre zum Beispiel eine Erläuterung aller Kartentypen am Anfang. Auch die deutsche Übersetzung lässt zu wünschen übrig ("danach kommt der nächste Spieler an den Zug"), ist aber so weit noch in Ordnung, um das Spiel zu verstehen. Dabei helfen die schönen Beispiele.

Zur Vorbereitung werden die Getränkekarten gemischt und jeder Spieler erhält verdeckt zwei Karten auf die Hand. Drei werden offen an den Rand gelegt. Die restlichen bilden den Nachzugstapel. Von den Kundenkarten werden zunächst die mit einem Mond auf der rechten Oberseite aussortiert. Die übrigen werden gemischt und in zwei Stapeln offen in die Tischmitte gelegt. Dann bekommt noch jeder Spieler je einen Set mit fünf Musikanten und eine Übersichtskarte.

Jede Spielrunde besteht aus den folgenden Phasen:

- Bietphase (gemeinsam)
- Zug des jüngeren Spielers
- Zug des älteren Spielers

In der Bietphase bieten beide Spieler gleichzeitig auf die beiden offen liegenden Kunden, indem sie verdeckt jeweils eine ihrer Musikanten zu einem Kunden legen. Dann werden die Musikanten aufgedeckt. Jeweils der höherwertige gewinnt und der Spieler darf den entsprechenden Kunden offen vor sich legen. Gleichzeitig bestimmt der Musikant, wie viele Getränkekarten der Spieler nachziehen darf (je niedriger der Wert des Musikers, desto mehr Getränkekarten).

Dann würfelt der jüngere Spieler, um zu ermitteln welche seiner Kunden ein Getränk haben möchte. Falls er die entsprechenden Getränkekarten hat, legt er sie zu den jeweiligen Kundenkarten. Wird der Kunde nicht bedient, ist er verärgert und wird in die Waagrechte gedreht. Bekommt dieser dann ein weiteres mal kein Getränk, verlässt er das Lokal. Danach verteilt der ältere Spieler seine Getränke.

Sind alle Kundenkarten von der Tischmitte verteilt, ist ein "Tag" vorüber. Es werden die Gewinnpunkte auf den Kundenkarten in den Tavernen zusammengezählt. Nun kommen die Kunden der "Nacht". Die Kundenkarten mit dem Mond werden gemischt, in zwei Stapeln in die Tischmitte gelegt und es wird genauso gespielt wie am "Tag". Nur gibt es diesmal noch skurrilere Gestalten und der ältere Spieler beginnt immer. Am Ende gibt es nochmals eine Punktwertung, welche dann zusammen mit der vom "Tag" den Gewinner bestimmt.

Das Besondere an dem Spiel ist, dass es bei den Tavernengästen zu den unterschiedlichsten Reaktionen kommen kann und ganze Kettenreaktionen ausbrechen können, was einiges an Konzentration abfordert.
Da vertragen sich einige Gäste nicht untereinander (Zwerge verlassen bei zu vielen Elfen die Kneipe), andere fangen sofort eine Schlägerei an (ein Troll kommt in eine Kneipe mit Menschen), manche haben zu viel getrunken und werden aggressiv, bis sie schließlich ebenfalls eine Schlägerei anfangen, was zur Folge hat, dass alle Elfen die Kneipe schlagartig verlassen. Besonders interessant wird es, wenn der Drache keine Getränke zu sich nimmt, sondern stattdessen Zwerge verspeist, oder Goblins Getränke bei anderen Gästen klauen.

Fazit:
Das Spiel hat einige interessante und innovative Mechanismen, die auch thematisch gut und ansprechend umgesetzt wurden. Es handelt sich vorrangig um ein Fun-Spiel, bei dem einige Konzentration nötig ist, um alle Reaktionen der Kunden im Auge zu behalten. Die Spieler können nur bedingt Einfluss auf die Auswahl der Kunden nehmen, die sie in ihre Taverne locken, und man hat dadurch immer das Gefühl, dass sich das Spiel selbst spielt. Es macht jedoch viel Spaß und bereitet eine gewisse Schadenfreude zu sehen was bei welcher Kundenkarte so alles passieren kann.




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