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Parinov
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 22.02.2007, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Rico Nielin, René Schwab, Verlag: DDD Verlag, Seiten: 122, Erschienen: 2006, Preis: 19,80 Euro


"Parinov", eine moravische Stadt, ist lange von der Idee bis zur endgültigen Ausarbeitung gereift. 1997 war die offizielle Geburtsstunde. Jetzt liegt sie beschrieben als als vierter Abenteuerband das DDD Verlags vor, hat aber ihren quirligen Charme bewahrt.

Die Gestaltung erreicht ein gewohnt hohes Niveau: Vierfarbsoftcover im Design eines alten, mit Eisenbeschlägen bewehrten Folianten, innen Seitenhintergründe im Pergamentdesign. Die Illustrationen sind dafür einfach und leider etwas dünn im Band verstreut. Dafür gibt es eine Vierfarbkarte von Parinov im Format A3, auf der man schon auf den ersten Blick eine deutliche Besonderheit der Stadt entdeckt: die vielen Bäume und Grünflächen.

Parinov ist eine grüne Stadt, deren rund 900 Bewohner - viele leben vom Fischfang - Bäume fanatisch hegen und pflegen und dazu noch peinlich genau auf Sauberkeit achten. Sie liegt an der Mündung der Jenisei ins Meer und ist deshalb auch ein Warenumschlagplatz; allerdings kein bedeutender. Das erklärt, weshalb Parinov bisher vor Schmugglern weitgehend verschont geblieben ist. Die Liebe zu Bäumen liegt übrigens in der Bindung zum mächtigen Naturgeist (Schutzgeist der Stadt) der heiligen Eibe begründet.
Insgesamt rund 50 Seiten beschreiben die Stadt und ihre Bewohner im Detail. Geordnet ist das alles in sechs Kapitel: Allgemeines, Amtspersonen, Magie und Zauberkraft, Besondere Orte, Zwielicht und Untergrund, dazu natürlich ein Anhang zur Orientierung. Insgesamt eine runde Sache, die aber durch die beiden Abenteuer noch runder wird.

In "Tote Träumereien" geht es um das Herz der Stadt, die heilige Eibe, in der der Naturgeist wohnt. Er soll einem Anschlag zum Opfer fallen, der von einem konkurrierenden Geist, dem Totenbaum, initiiert wird. Die Spielercharaktere erleben in der Folge ein Detektivabenteuer, das sie in die Geisterwelt führt.

"Dämonen!" ist ein erklärtermaßen nicht ganz ernstzunehmendes Modul um das Thema, wie man Dämonen beschwört und wie man sie wieder los wird. Ein magischer Parasit, ein Baum, störte die Harmonie und das magische Gefüge einer Chaoswelt. In letzter Not aktivieten die Gnulfs (ihre Bewohner) ein Weltentor nach Midgard und bedienten sich dort der Hilfe einer erainnischen Heilerin. Diese ließ den Baum schnell altern, so dass er bald schon starb. Leider konnte er einen Ableger setzen, so dass sich das Problem von neuem stellt... Das Abenteuer beleuchtet ironisch das Thema "Baum" von einer ganz anderen Seite als "Tote Träumereien".

Insgesamt ist der neuen Abenteuer- und Quellenband ein Fundus an Ideen und erfreulich nah am Spielgeschehen. Hat man die beiden Module gespielt, bleibt noch die Stadtbeschreibung, die Ideen für zahlreiche neue Szenarien gibt. Der hohe Spielwert ist allemal eine Empfehlung wert.




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