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Der Mythos der Familie
Von Hendrik Ebbers

Rezension erschienen: 02.02.2007, Serie: Krimi-Rollenspiele, Autor(en): Jörg Meißner, Antje Meißner, Verlag: KRIMItotal, Seiten: , Erschienen: Oktober 2006, Preis: 18,95 Euro

"Der Mythos der Familie" ist der neuste Ableger der "KRIMI total"-Serie von Jmcreative, in dem wenigstens acht Spieler einen Mordfall lösen müssen. Für ein Spiel ist die Verpackung von "Der Mythos der Familie" erst einmal sehr ungewöhnlich. Es handelt sich um eine VHS-Video-Hülle in der sich das Spielmaterial befindet. Beim zweiten Hinsehen bemerkt man aber, dass alles Spielmaterial in die Box passt und diese um einiges robuster ist als eine "normale" Spielschachtel. Im Inneren befinden sich dann neben einer Anleitung und einigen Einladungen für die Mitspieler eine Menge an Briefumschlägen und ein Lageplan.

Genau so ungewöhnlich wie die Verpackung und deren Inhalt ist auch das Spielprinzip von "Der Mythos der Familie", wenngleich es, so viel will ich vorwegnehmen, auch eines der erfrischendsten und kommunikativsten Spiele ist, die ich in letzter Zeit ausprobiert habe. Gedacht ist das Spiel als eine witzige und spannende Party, die man zusammen mit seinen Freunden erleben kann. Hierzu finden sich in der Spielschachtel auch mehrere Einladungen, mit denen man seine Freunde zu dieser Party einladen kann. An besagtem Abend übernimmt dann jeder die Rolle einer Person bei einem Zusammentreffen der Besonderen Art: Ein Mord ist geschehen! Der Mörder befindet sich innerhalb der Runde und muss enttarnt werden. Vor der Party bekommt jeder Mitspieler eine Charakterbeschreibung der Person, die er verkörpert. Im Falle von "Der Mythos der Familie" handelt es sich hierbei um Angehörige der Mafiafamilie Calliente. Die Spieler erfahren, was sie den Tag über, während der Mord geschehen ist, getan haben und wie sie zu den anderen Charakteren stehen und was sie über diese wissen.

Das Spiel beginnt, indem der Spieler des Dons der Familie einen Begrüßungstext vorließt und eine wichtige Frage stellt, auf die alle Spieler in der Rolle der Person, die sie verkörpern, antworten müssen. Hierbei gilt, wie auch beim Rest des Spiels, dass alle Spieler mit Ausnahme des Mörders die Wahrheit sagen müssen. Danach beginnt eine Diskussion, was genau geschehen ist, wer den Mord verübt hat und was die Motive gewesen sein könnten. Nach einiger Zeit bekommt jeder Spieler neue Hinweise durch Zettel, die sich in den entsprechenden Hinweisumschlägen der jeweiligen Rolle befinden. Während des Abends werden Intrigen gesponnen, Beschuldigungen ausgesprochen und so einige sehr interessante Geheimnisse aufgedeckt. Immer mehr werden die Spieler eins mit ihrer Rolle und versuchen, diese mit Hilfe von Sprache, Mimik und Gestik herüberzubringen. Spannende Wendungen finden während des mehrstündigen Spiels statt und immer wenn man glaubt, man wüsste, was genau passiert ist, wird ein neues Geheimnis aufgedeckt, welches das ganze Gedankenkonstrukt wieder zerfallen lässt. Am Ende des Spiels muss dann jeder Spieler sagen, wenn er für den Mörder hält und was seiner Meinung nach dessen Motiv war. Das Ergebnis befindet sich ebenfalls in einem separaten Umschlag, so dass auch der Besitzer des Spiels problemlos mitspielen kann. Hat eine Mehrzahl den Mörder entlarvt, hat dieser das Spiel verloren.

"Der Mythos der Familie" war eines der interessantesten und witzigsten Spiele, das ich in letzter Zeit gespielt habe. Die Rollen, in die die Spieler schlüpfen können, sind überaus interessant und haben allesamt ihre Macken, wodurch jeder schnell in Tatverdacht kommen kann. Nur wer intelligent fragt und mitdenkt, hat am Ende eine Chance den richtigen Mörder zu finden. Das Genialste am Spiel sind allerdings die vielen Wendungen, die sich während der Party ergeben. Der einzige Nachteil ist, dass man das Spiel nur einmal spielen kann, da man ja dann weiß, wer der Mörder ist.




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