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Chaos Arena (Third Edition)
Von André Domke

Rezension erschienen: 30.01.2007, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Vendetta Games, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 44,00 Euro

Bereits seit mehreren Jahren gibt es das Brettspiel Chaos Arena für den Fantasy-begeisterten Strategen. Dabei wird es kontinuierlich weiterentwickelt und somit halten wir nun die neueste Ausgabe in unseren Händen.
In einer stabilen Pappschachtel findet sich alles, was für den sofortigen Spielstart notwendig ist. Da wären zum einen die Charakter-, Ereignis- und Zauberkarten, ein stabiles Spielfeld sowie ein paar Marker, vier Würfel und natürlich die Anleitung. Letztere ist sehr verständlich und humorvoll geschrieben. Immer wieder finden sich Augenzwinkereien und witzige Sprüche, selbst in den Credits und Warnhinweisen.

Das Spielsystem ist relativ simpel und sehr gut verständlich. Dementsprechend benötigt man nur eine sehr kurze Einlesezeit, bis man mit dem Spiel beginnen kann. Man entscheidet sich für die gute oder die böse Seite und wählt die Zaubersprüche, die man gedenkt während des Spieles einzusetzen. Natürlich ist hier die mögliche Anzahl der Zauber pro Stärkekategorie vorgegeben. Die Auswirkungen der Zauber sind allerdings für beide Parteien gleich, so dass es so ziemlich egal ist, für welche Seite man sich entschieden hat. Denn auch bei den zur Verfügung stehenden Einheiten, welche in dem Kampf in der Arena geschickt werden, gibt es keinerlei Unterschiede.

Als erstes teleportiert man seinen Magier in die Arena auf das Startfeld. Da es keinen Ausgang gibt und mit dem Tod des Zauberers das Spiel verloren ist, sollte man auf diesen natürlich besonders aufpassen und ihn geschickt in der Landschaft platzieren. Dazu gibt es Gelände mit unterschiedlichen Eigenschaften, welche zum Beispiel die Bewegung oder die Sicht behindern. Im ungünstigsten Fall kann das Leben der wackeren Kämpen auch in einem Sumpf oder See enden. Das Arena selbst hat eine hexagonale Form und ist in die aus vielen anderen Spielen bekannte Hexfelder eingeteilt. Sobald der Magier die Arena betreten hat, kann und muss er jede Runde einen weiteren seiner Gefährten hinterher teleportieren. Die Charaktere sind im Einzelnen der Scout, der Krieger, der Berserker, der Schütze und der Ritter. Alle haben unterschiedliche Bewegungswerte von einem bis drei Feldern, unterschiedliche Schlagkraft und Oompf(Kampf)-Werte sowie zusätzlich noch eine Spezialfähigkeit.

Nun kommt es darauf an, seine Streiter in einer cleveren Reihenfolge ins Spiel zu bringen und geschickt zu positionieren oder zum Gegner zu bewegen. Allerdings kommt jede Runde auch noch das Zufallselement der Ereigniskarten hinzu. Man muss eine dieser Karten verdeckt von einem Stapel ziehen und einem Charakter auf dem Spielfeld zuordnen. Von Kampfkraft fördernden Artefakten über nutzlose Gegenstände bis hin zu todbringenden Ereignissen kann den Kämpfer so ziemlich alles ereilen. Und ignorieren kann man die Karte auch nicht. Immerhin ist es möglich, so erworbene Gegenstände zwischen den Gruppenmitgliedern zu tauschen. Mehr als einen Gegenstand kann allerdings niemand tragen und hat man erst einmal einen aufgenommen, wird man ihn anderweitig auch nicht wieder los. Das ist natürlich besonders dumm, wenn das Item besonders nutzlos ist oder sogar negativ auf den Helden einwirkt.

In den ersten Runden passiert in der Regel leider nicht viel, außer dass neue Kämpfer in die Arena teleportiert werden und die bereits vorhandenen weiter auf den Feind zumarschieren oder sich eben verstecken, was für Magier und Bogenschützen aber auch Scouts sicher nicht immer eine schlechte Wahl ist. Lediglich die Ereigniskarten bringen ab und an ein wenig Abwechslung ins Geschehen.

Ist man dann endlich in Reichweite, zum Beispiel für Pfeile oder auch Zauber oder eben den simplen Nahkampf, wird es schon spannender. Denn ab jetzt eröffnen koordiniertes Bewegen und der Einsatz von bestimmten Zaubern und Gegenständen allerhand Möglichkeiten, die gegnerischen Streiter zu besiegen. Natürlich darf das gewisse Glückselement nicht fehlen. Und so werden zur Ergebnisermittlung 6-seitige Würfel herangezogen, deren Menge durch die Eigenschaften der Helden und deren Ausrüstung bestimmt wird. Der Sieger eines jeden Kampfes fügt dem Gegner einen bestimmten Schaden zu, wiederum bestimmt durch Charakterwerte und Ausrüstung. Das bedeutet zumeist den Verlust eines oder gar mehrerer Helden auf der Gegnerseite, denn nur zwei Kämpfer im Spiel haben mehr als einen Lebenspunkt. Zum Glück zählt auch der Magier dazu. Denn es ist ein Leichtes, mit Schadenszaubern oder Pfeilen eben jenen sehr zügig aus dem Spiel zu nehmen. Hier wäre eventuell noch etwas Feintuning angesagt, denn wirklichen Schutz außer einigen wenigen Zaubern und Verstecken im Gelände gibt es leider nicht. Und die Anzahl der Schaden verursachenden oder Lebenspunkte raubenden Zauber ist nicht unerheblich, zumal es so gut wie keine Abwehr gegen diese Zauber gibt.
So beendet eine kleine Unachtsamkeit das Spiel schneller, als man denkt. Im Vergleich zum etwas zähen Beginn des Spiels, wird das Kräftemessen im eigentlich spannenderen Teil leider etwas hektisch und es kommen aufgrund der geringen Lebenspunkteanzahl und der im Allgemeinen überproportionalen Trefferanzahl kaum längere Gefechte zustande.
Zudem verwundert die Regelung, dass sich bereits im Nahkampf befindliche Truppen (also ein Angriff des Gegners in der vorangegangenen Runde und Berührung der besetzten Hexfelder) ohne Konsequenzen aus diesen Kämpfen in der eigenen Runde zurückziehen können. Hier wäre eine Option auf ein Nachschlagen oder ähnliches zum Nachteil des Flüchtenden sicher spannender gewesen.

Fazit: Chaos Arena ist ein nettes Spielchen für zwischendurch für den Liebhaber von Fantasy-Scharmützeln. Die Regeln sind einfach und gut erklärt, das Spielmaterial ist zweckdienlich und von guter Qualität. Allerdings schränken die wenigen verschiedenen Zauber und die doch recht simplen Bewegungsmöglichkeiten die taktischen Finessen ein. Eine Erweiterung mit mehr verschiedenen Heldentypen und Zaubern sowie Ereigniskarten würde dem Spiel sicher noch etwas mehr Raffinesse verleihen. Und vielleicht könnte seitens der Entwickler auch noch etwas an der doch eher mühseligen und langweiligen Startphase getan werden. Dass diese den Anregungen der Fangemeinde aufgeschlossen gegenüber stehen, zeigen Aufrufe zum Feedback in der Verpackungsbeilage und auf der Website sowie die Ankündigung von weiteren Updates und Erweiterungen.




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