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History of War: Ergänzungsset "Polen" 1939-1945
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 23.12.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: alphaBIT GmbH, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 8,95 Euro


Das Ergänzungsset "Polen 1939-1945" für "History of War" fügt den spielbaren Nationen eine weitere hinzu.

Die 56 Karten sind allesamt gut gestaltet. Überwiegend zeigen sie Zeichnungen (Panzer, Flugzeuge, Infanterie...), einige aber auch bearbeitete Fotos (Länder, Basisausbau und Landausbau). Die Zeichnungen sind grundsätzlich nicht maßstabsgerecht, sondern nutzen den zur Verfügung stehenden Bildteil jeder Karte voll aus. Gewundert habe ich mich nur über die Luftbereifung bei der Schneider 75mm-Kanone, die allgemein eher mit klassischer Beräderung aus dem Ersten Weltkrieg verwendet wurde.
Die Werte der einzelnen Karten sind insgesamt durchdacht und proportional. Leichte Differenzen gibt es zum Beispiel bei den Panzern. So weisen der äußerst schwach bestückte Renault R40 mit seiner langsamen 37mm-Kanone, der polnische 7 TP (Vickers 6t-Panzer-Modifikation) mit seiner damals sehr modernen 37mm-Kanonen und sogar der Valentine MKII (modernere 40mm-Kanone) den selben Schadenswert aus.
Unfreiwillig komisch wirken zudem Spielanweisung wie: "Ziehe eine Karte, wenn diese Einheit aus dem Spiel auf den Schrottplatz gelegt wird." Immerhin steht das auf der Karte eines britischen Cromwell MK VII-Panzers, der in der Shermanliga spielt.

Gefallen hat mir das Konzept der Firma, die sich von der bisher bei Trading Cards praktizierten Taktik löst. Jeder Pack enthält die gleichen Karten, so dass es im Spiel alleine auf taktische Fähigkeiten ankommt und nicht auf die Jagd nach seltenen Karten und damit ein gut gefülltes Bankkonto.

Problematisch finde ich aber das grundsätzliche Konzept des Spiels. Computerspiele, wie zum Beispiel "Panzer General" ermöglichen es, historische Schlachten nachzuspielen und den Ausgang entsprechend der Taktik zu beeinflussen. Natürlich kann man auch selber Schlachten generieren und zudem fiktive Szenarien spielen. Dabei wird wie bei "History of War" alles andere ausgeblendet: totalitäre Systeme und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen, Kriegsfolgen oder ideologischer Wahn.

Das Kartenspiel löst sich zudem auch von der historischen Vorlage. Lediglich einige Gerätschaften und Orte sind historisch. Alleine schon die Tatsache, dass die polnische Nation über Kriegsgeräte aus den Jahren 1899 bis 1945 verfügt, veranschaulicht dies. Der deutsch-polnische Krieg endete aber bereits innerhalb weniger Wochen 1939 mit der polnischen Niederlage.

Wen das nicht stört, der ist mit dem Ergänzungsset gut bedient, sofern ihn die Mängel in der Zeichensetzung auf den Karten nicht irritieren. Oft fehlen Kommata bei Relativkonstruktionen und behindern damit den ersten Lesefluss.




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