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Chez Goth: Das WG-Spiel über die "schwarze Szene"
Von Katrin Weiser

Rezension erschienen: 25.10.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Steve Jackson, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 14,95 Euro


Wieder einmal hat sich eine WG zusammengefunden. Wie schon bei den Vorgängerspielen Chez Geek und Block Party gesellt sich auch bei dem Partyspiel Chez Goth Gleiches zu Gleichem, denn die WG-Bewohner sind Gruftis.

Die Verpackung glänzt mit den Comic-Figuren von Kovalic auf einem – selbstverständlich – schwarzen Hintergrund. Auch die abgebildeten Karten und der Begleittext auf der Rückseite helfen einem gut, einen ersten Eindruck über das Spiel zu gewinnen. Der kleine Rechtschreibfehler in der ersten Zeile des Klappentextes stört auch nicht wirklich.
Unschön ist jedoch, dass der Karton mit lockerem Deckel keinerlei Innenleben hat, so dass die Karten und mitgelieferten Herzblutmarker in der Schachtel lose herumfliegen. Und trotz der Beigabe der Herzblutmarker fehlen auch bei dieser Edition ein Würfel und die Slackmarker, die sich jedoch leicht durch Münzen, Glassteine oder andere kleine Gegenstände ersetzen lassen.
Die Karten sind hübsch gestaltet mit lustigem Titel und Flavourtext, illustriert mit bizarren Bildern von John Kovalic. Die farbliche Abgrenzung der Karten nach ihrer Funktion im Spiel sowie der verständliche Kartentext mit Spielanweisungen tragen zum Spielfluß bei.

Das Spielprinzip ist den Vorgängern treu geblieben: Auch in Chez Goth gehen die WG-Bewohner Jobs nach, um Geld zu verdienen. Dabei kann es - je nach Job – passieren, dass sie entweder nur noch wenig Freizeit behalten, um das Schwerverdiente auszugeben, oder zu wenig verdienen, um die Freizeit nach ihren Wünschen gestalten zu können. Denn das Ziel dieses Spiels ist weder Reichtum noch Macht – es ist Entspannung (Slack)! Um dieses Ziel zu erreichen kann man rauchen, ein Schäferstündchen abhalten, essen, trinken, lesen, Rollenspiele spielen, schlafen und vieles mehr. Auch die Gesellschaft von Freunden, Lebensabschittspartnern und Haustieren kann entspannend wirken, also werden sie per Telefon eingeladen. Leider kommen auch unerwünschte Besucher häufig vorbei, und vergällen den Slackgewinn, bis man sie wegschicken kann.
Das Besondere an Gruftis ist jedoch, dass sie sich auch gut fühlen, wenn es ihnen richtig schlecht geht. Dieser Tatsache wird in Chez Goth durch Herzblut Rechnung getragen. Ist der Lebenspartner tragisch gestorben oder werden nur so viele Gäste wie möglich vollgejammert? Solche Tragik kann helfen, dem Slack-Ziel näherzukommen, wenngleich auch das Leid vergehen kann.

Die Regeln sind einfach und in der Anleitung verständlich beschrieben. Dem Chez Goth Spieler wird nur das Spielprinzip des Herzbluts neu sein, denn Chez Goth läßt sich ohne Probleme mit Chez Geek zusammen spielen. Wenn man nur mit Chez-Goth-Karten spielt, ist das Spiel auf 2 bis 5 Spieler angelegt, durch die Karten von Chez Geek oder Block Party lässt sich die Spieleranzahl steigern. Für die Kombination der Spiele gibt die Anleitung Variationsvorschläge, die sich auf das Herzblut beziehen und der Tatsache Rechnung tragen, dass Geeks und Gruftis nicht immer die gleiche Vorstellung von Entspannung haben. Die Spieldauer ist je nach Kartenmenge und Mitspielerzahl unterschiedlich, was die Angabe von etwa einer Stunde lediglich zu einer groben Richtschnur werden lässt.

Fazit: Chez Geek macht seinen Vorgängern alle Ehre. Wieder wird augenzwinkernd mit Klischees gespielt, und so der Spielspaß auch und vielleicht gerade für die angesprochene Gruppe erhöht. Mit einem Preis für jeden Geldbeutel bietet es jede Menge Spielspaß. Dieses kurzweilige Spiel sollte jede WG, ob bunt oder schwarz, zum Lachen bringen, denn auch Chez Geek hält sich erneut treu an das Motto: "Dieses Spiel ist für Volljährige konzipiert. Erwachsensein ist aber nicht notwendig."




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