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Die Masken des Cthulhu
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 05.09.2006, Serie: Belletristik, Autor(en): August Derleth, Verlag: Festa Verlag, Seiten: 176, Erschienen: 2001, Preis: 16,- €

August Derleth war einer von Lovecrafts wichtigsten Bekannten, kam er doch durch ihn und seinen neu gegründeten Verlag "Arkham House" (heute noch existent) erst zu großem posthumen Ruhm. H.P.s Brieffreund beließ es aber nicht dabei, sondern griff Lovecrafts Ideen auf, entwickelte sie weiter und hat so einen großen Anteil an der Verbreitung des Cthulhu-Mythos. Die erste Geschichte in diesem Band begann er sogar vor Lovecrafts Tod und ließ die ersten Seiten und das Exposé von ihm Korrektur lesen. Die Geschichten wurden im Zeitraum von 1936 bis 1953 verfasst.

Hasturs Rückkehr
Mr. Haddon, ein Anwalt aus Arkham ist Testamentsvollstrecker von Amos Tuttle. Einziger Erbe ist Paul Tuttle, Amos’ Neffe. Die Bedingungen des Verstorbenen sind allerdings etwas skurril. So wird Paul erst den kompletten Nachlass bekommen, wenn er das Anwesen auf der Aylesbury Road in Arkham abreißt. Der Neffe führt diese Forderung auf den leicht labilen Zustand seines Onkels zurück und überzeugt auch den Anwalt. Unter dem Nachlass sind vielerlei Bücher u.a. das vor langer Zeit aus der Bibliothek der Miskatonic University entwendete Necronomicon. Jenes bringt Madden wieder zurück. Doch nach einer Weile bekommt Madden eine Nachricht. Das Necronomicon ist wieder verschwunden und wie durch Zufall fällt dem Anwalt eine Anmerkung in der Zeitung auf: Die Familiengruft der Tuddles wurde in der letzten Nacht verwüstet und die Leiche Amos’ ist verschwunden. Als Madden Paul aufsucht ist dieser verwirrt aber überglücklich über den Besuch. Er weiß wo die Leiche ist und warum sein Onkel den Abriss wollte. Die Lösung liegt ganz in der Nähe, in Innsmouth...

Die Ziegenmelker in den Bergen
Dan Harrop reist nach Aylesbury, da sein Vetter plötzlich verschwunden ist und die Untersuchungen der örtlichen Polizei eher schlecht als recht laufen. Und als wäre das nicht schon genug, bezieht er auch noch das leerstehende Haus seines verschwundenen Verwandten Abel Harrop. Dank eines örtlichen Gemeinschaftstelefonanschlusses kann Dan die Gespräche der skeptischen, fremdenfeindlichen Dörfler über ihn und seinem verschwundenen Cousin mitverfolgen. Und die Dörfler haben Angst, denn seit Dan in der Ortschaft ist, kommen scharenweise Ziegenmelker-Vögel in das Tal und halten alle mit ihren Schreien wach. Was hat dies alles mit Abel Harrop zu tun? Und vor allem, was ist es, dass sich sogar die allseits beliebte und geschätzte Whatley Familie fürchtet?

Etwas aus Holz
...bekommt Jason Wecter, ein angesehener Kunstkritiker, von seinem Freund geschenkt. Es ist eine kleine Skulptur, welche recht günstig in einem Antiquariat erstanden wurde. Seit kurzem ist Wecter verschwunden und sein Freund rekapituliert. Sind Jasons recht ausschweifenden Erklärungen in der eigenen Kolumne des "Dialer" der Grund? Sie sorgten zumindest für viel Aufsehen, was seine Kritiker dazu brachte ihn zu loben und jene, die ihn lobpreisten dazu ihn zu verteufeln.

Der Sandwin-Pakt
Diese Geschichte stellt eine Art Bindeglied zwischen den vorhergehenden Geschichten dar. Wo jene uns nur Vermutungen gaben, wird hier nun konkretisiert und uns präsentier, was wir alle vermuten. Dennoch bleiben schreckliche Ungereimtheiten und der Innsmouth-Unterton schwingt immer mit.

August Derleth greift in seinen Geschichten immer wieder auf Geschehnisse in Lovecrafts Geschichten zurück und diese Verfahren, schon vom Meister selbst verwendet, sorgte ja gerade dafür, den Mythos sehr real wirken zu lassen. Derleth bleibt Lovecrafts Linie treu, war er ja einer der Wenigen, welche direkt mit ihm zusammenarbeiteten. Alleine schon deswegen stellt diese Werk ein Stück Literaturgeschichte dar und findet sich zurecht in Festas "Bibliothek des Schreckens".




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