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Hinter dem Thron OST
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 12.10.2006, Serie: Auditorium, Autor(en): Jan Elster u.a., Verlag: Rauschwerk Gbr, Seiten: 76:22 Spielzeit, Erschienen: 2006, Preis: 13,95 Euro


Auf dem deutschen Rollenspielmarkt gibt es nun konstant auf die Ohren: Neben den universell anwendbaren Erdenstern gibt es mit DSA-Soundtracks weitere spezielle Huntergrundmusik zur akkustischen Unterstützung von Spielrunden.

Mit "Hinter dem Thron" legt die Gruppe Rauschwerk ihr zweites DSA-Werk, wenn auch ihre erste CD, vor. Das erste Werk, den Soundtrack zu "Die Wandelbare", gibt es nämlich nur als (kostenpflichtigen) Download.

Die CD erhebt keinen Anspruch auf universelle Anwendbarkeit, sondern ist speziell auf das gleichnamige Abenteuer ausgelegt, welches drei Szenarien umfasst. Es wird zwischen Ereignismusik, die einmal gespielt wird, und Loops unterschieden. Jedes Stück ist ganz pragmatisch mit E oder L gekennzeichnet.

Ereignismusik begleitet zum Beispiel den ersten Blick auf die Burg Naumstein, den Anblick der Fürstin oder den Auftritt der Gruppe Mantikor, also einmalige oder sich wiederholende Ereignisse, auf die die Stücke ganz speziell zugeschnitten sind. Besondere Titel sind "Königsmacher", quasi das Stück zum Einleiten des Spielabends, sowie "Heldentat", von dem man nur hoffen kann, dass es die Heldengruppe oft zu hören bekommt...

Loopmusik funktioniert hingegen, wie der Name schon sagt, als dauerhafte Hintergrundmusik für kurze ebenso wie für lange Szenen. Ob Kneipenschlägerei oder Fechtduell, ob das Erkunden der Stadt Vinsalt oder der Verliese unter der Burg: Hier wird eine durchgängige musikalische Untermalung geschaffen.

Besonderheiten sind die Stücke "Vinsalt", "Burg Naumburg" und "Beim Bewahrer der Ordnung". Alle drei haben eine Loop- und eine Ereignisversion, die ineinander übergehen. Beim ersten Anblick oder anderen herausragenden Szenen kann man die Ereignismusik spielen, um dann zum Loop überzugehen.

Die Instrumentierung umfasst im wesentlichen klassische Streicher, einige Blasinstrumente und natürlich das Schlagzeug, dazu einige Effekte. Die Stimmung der Stücke reicht von ruhig-friedlich über glorreich-heldenhaft, spannungsgeladen oder kampfbetont bis hin zu düsteren Horrorstücken. Eben echte Soundtrackmusik, wie man sie bei Filmen findet.

Kommen wir zur Integration ins Abenteuer. Im Booklet finden sich zu jedem einzelnen Track Hinweise, wie und wann er eingesetzt werden soll, was er bezweckt und gegebenenfalls Tipps. Noch nützlicher ist allerdings ein Symbol im Buch, welches den jeweiligen Track empfiehlt und so beim Leiten sofort zu sehen ist, welches Stück gespielt werden könnte. Die Chance, die Königsmacher-Kampagne atmosphärisch zu unterstützen, wurde optimal genutzt.

Auf universelle Nutzbarkeit erhebt die Zusammenstellung keinen Anspruch. Allerdings wird sie im wesentlichen dadurch unterstützt, dass zwei, drei Grundstimmungen (beispielsweise "Ravendozas Bitte" – ruhig, melancholisch) beschrieben werden und auch durch den Titel. Stücke wie "Burg Naumstein", "Die Fürstin" oder "Endkampf" sind sicherlich auch anderweitig einsetzbar, allerdings kann ein Titel wie "Die Abdeckerei" darüber hinwegtäuschen, dass es hier um eine Horror-Grundstimmung geht. Wer Stücke für Adel, Intrige, städtisches, höfisches Umfeld oder gläubige Gruppen sucht, findet hier gleich mehrere universell verwendbare Stücke. Auch andere Themen werden angeschnitten, so mit "In den Yaquirsümpfen" ein Einzelsong zu der Umgebung. Da haben allerdings Themensammlungen wie "Into the green" von Erdenstern doch Vorteile.

Insgesamt sind es 27 Stücke auf der mit 76:22 Minuten randvollen CD, zudem gibt es einen Registriercode, um sich zwei Bonusstücke aus dem Netz runterzuladen – allerdings unter Preisgabe seiner persönlichen Daten.

Die zweite angekündigte CD, "Klar zum Entern!", verspricht übrigens größere Universalität für See- und Piratenkampagnen. Und wer erstmal lauschen will, um einen akkustischen Eindruck zu gewinnen: Auf http://www.dsa-soundtracks.de/ findet sich zu beiden Werken ein kostenfreies Medley.

Fazit: Die Idee, ein Abenteuer ganz speziell mit einem eigenen Soundtrack auszustatten, ist sicherlich so brilliant wie reizvoll – und wurde auf hohem Niveau umgesetzt. In punkto Universalität im Genre Fantasy muss man leichte Abstriche machen. Aber insgesamt kann man sowohl DSA-Spielern als auch anderen Fantasy-Rollenspielern raten, mit einem Ohr reinzuhören in die Musik fürs Auge.




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