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Rollenspiele Im Gespräch
Interview mit Fabian Wagner, dem Autor von "Nice Dice - Einblicke in die Rollenspielszene"
von Hendrik Ebbers
27. März 2006

 Fabian Wagner ist Autor von "Nice Dice", einem Buch, dass sich mit der Rollenspielszene, dessen Entstehung und Entwicklung so wie dem Rollenspiel an sich beschäftigt. Für die LORP stand er einem Interview zur Verfügung. Weitere Informationen zu dem Projekt findet man auf der Seite www.rollenspielszene.de.

LORP.de: Worum geht es bei dem Buch genau?
Fabian Wagner: Ziel des Buches ist es einen möglichst differenzierten Einblick in die deutsche Rollenspielszene zu geben. Der Schwerpunkt liegt bei den klassischen oder sogenannten Pen&Paper-Rollenspielen und den dort bestehenden Strukturen mit Vereinen, Verlagen, Conventions und Läden. LARP (Anm. d. Red.: LiveRollenspiel) und Computerrollenspiele, sowie weitere verwandte Spielformen werden nur ausschnitthaft dargestellt, so z.B. dort wo es für das Verständnis anderer Aspekte, beispielsweise die Entwicklung der Szene, unerlässlich erscheint. Um dieses Thema dem mit der Materie unvertrauten Leser näherbringen zu können, worum es bei Rollenspielen überhaupt geht wird es auch Textpassagen zur Funktionsweise von Rollenspielen im Allgemeinen und zur Entwicklungsgeschichte der Spielform geben. Anzumerken ist noch, dass ein wesentlicher Anspruch des Buches ist "die Szene" selbst zu Wort kommen zu lassen und nicht nur über sie zu schreiben.

LORP.de: Wer steht hinter dem Projekt?
Fabian Wagner: Formal steht das Archiv der Jugendkulturen e.V. in Berlin hinter dem Buchprojekt. Der Verein ist insbesondere für das Verlegen des Buches zuständig, sowie für den methodischen Ansatz des Projektes. Hier orientiert sich das Buchprojekt vor allem an der "fanorientierten" Arbeit des Archivs, die die Akteure der Szene selbst zu Wort kommen lässt.
Inhaltlich wird das Buch hingegen weitestgehend von mir als Autor bestimmt.
Ich selbst bin bereits seit 20 Jahren mit Rollenspielen befasst, habe in Vereinen mitgewirkt, Artikel übers Rollenspielen verfasst, ein Fanzine mitherausgegeben, etc.

LORP.de:
Wann soll das Buch erscheinen?
Fabian Wagner:
Eine berechtigte Frage, auf die es bisher jedoch leider keine bezifferbare Antwort gibt. Es handelt sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit, die neben Beruf und Familie bewältigt werden muss. Daher würde ich mal salopp sagen: Wenn es fertig ist!

LORP.de: Wie kam euch die Idee zu so einem Buch?
Fabian Wagner: Bei meinen Recherchen für meine Diplomarbeit über Rollenspiele in den 90er Jahren wurde schnell deutlich, dass es zur hiesigen Szene im Prinzip kein Material gab. Durch Zufall lernte ich später einen der freien Mitarbeiter des Archivs beim Rollenspiel kennen und es stellte sich heraus, dass seitens des Archivs großes Interesse an einem Buch zur deutschen Rollenspielszene bestand. So wurde beschlossen das Projekt gemeinsam anzugehen.

LORP.de: An wenn soll sich das Buch hauptsächlich richten?
Fabian Wagner: Das Buch will einen schwierigen Spagat versuchen. Zum einen soll es interessierte Rollenspieler ansprechen, die die Welt in der sie sich bewegen einmal aus einer vielfältigeren Perspektive betrachten wollen. Zum anderen soll es auch für Sozialwissenschaftler interessant sein, die sich mit dem Themenfeld befassen wollen.

LORP.de: Was wollen sie mit dem Buch bewirken?
Fabian Wagner: Pathetisch ausgedrückt könnte ich sagen, ich will helfen zu verstehen, aber letztlich denke ich, dass jeder selbst bewerten muss, wass er oder sie für sich mit dem Gelesenen anfangen kann.

LORP.de: Wie geht ihr genau bei der Informationbeschaffung vor?
Fabian Wagner: Wichtige Grundlage des Projektes sind Interviews mit Akteuren der Szene, Online-Diskussionen zu spezifischen Themen und viele informelle Gespräche. Darüber hinaus wird in Onlinemedien, -foren und traditionellen Medien, wie einschlägiger Primär- und Sekundärliteratur recherchiert. Das Internet ist meines Erachtens als zentrale Drehscheibe der Szene ein sehr wichtiges Medium, um Kontakte herzustellen und Informationen einzuholen. Erreicht werden die "Informanten" im Allgemeinen über persönliche Ansprache, Newsletter, Onlineartikel, Aufrufe in Zeitschriften und Foren, traditionelle Anschreiben, etc.

LORP.de: Welche Quellen werden herangezogen (Internet, Print, Interviews, Literatur) und warum gerade die?
Fabian Wagner: Die relevanten Quellen hatte ich ja bereits benannt. Mir erscheint es wichtig bei einer so komplexen und häufig unverstandenen Thematik möglichst breit und unvoreingenommen möglichst verschiedene Quellen zu nutzen, um hinterher ein differenziertes Bild zu erhalten.

LORP.de: Habt ihr Kontakt zu Rollenspielverlagen?
Fabian Wagner:
Ja. Ich persönlich habe aufgrund meiner Autorentätigkeit im Rollenspielbereich schon länger Kontakt zum VF&SF-Verlag, zu PegasusPress, zum PRO und zum Drachenland-Verlag. Andere Verlage haben jedoch auch schon Interesse am Projekt bekundet. Auch für die Verleger wird es ein gesondertes Anschreiben geben, in denen spezifische "Mitarbeitsmöglichkeiten" aufgezeigt werden.

LORP.de:
Arbeiten sie auch mit Vereinen zusammen?
Fabian Wagner: Ja. In der einen oder anderen Form wird das so sein. Hier stehen noch Gespräche aus, inwieweit einzelne Vereine oder Projekte stärker involviert werden. Da kann ich jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht so viel zu sagen.

LORP.de: Vielen Dank für das Interview.

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